US-Bankkonto eröffnen
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Termin in der Filiale dauert nach unserer Erfahrung ein bis zwei Stunden. Zwei oder drei Banken an einem Tag sind machbar.
- Onlinebanken eröffnen Firmenkonten ohne Vorsprache. Für spätere Kartenanträge bei einer großen Bank sind sie nach unserer Erfahrung die schwächere Grundlage.
- Geschäftskonten setzen eine bestehende US-Gesellschaft mit EIN voraus.
- Zinsen auf Bankeinlagen ohne US-Geschäftsbezug unterliegen laut IRS keinem US-Quellensteuerabzug. Die Pflichten im Wohnsitzland bleiben davon unberührt.
- Für in Deutschland Ansässige gilt mit den USA ein gegenseitiger Austausch von Kontodaten.
- Eine Zusage kann niemand garantieren, die Entscheidung trifft allein die Bank.
Für wen sich ein US-Bankkonto eignet
Mit dem Konto beginnt der Aufbau. Von ihm werden später die Rechnungen der US-Karten in Dollar bezahlt, und eine Bank, bei der Sie seit Monaten ein Konto führen, kennt Sie bei einem Kartenantrag besser als einen Fremden.
Eine US-Kredithistorie entsteht durch das Konto allein noch nicht. Sie wächst erst mit den Karten, die darauf aufbauen.
- Privatpersonen, die eine eigene US-Kredithistorie aufbauen und ihre Kartenrechnungen in Dollar bezahlen wollen.
- Inhaber einer US-LLC (Limited Liability Company, eine US-Gesellschaftsform), die Einnahmen in Dollar vereinnahmen und Business-Karten nutzen möchten. Was die EIN einer Gesellschaft bringt und was nicht, erklärt der Beitrag EIN für ein ausländisches Unternehmen.
- Unternehmen mit US-Kunden, die über ihre US-Gesellschaft Zahlungsdienstleister wie Stripe anbinden wollen.
Voraussetzungen
| Nachweis | Privatkonto (Filialbank) | Geschäftskonto (Onlinebank) |
|---|---|---|
| Gültiger Reisepass | zwingend | zwingend |
| Zweites Ausweisdokument | bei Chase verlangt, auch ein ausländischer Personalausweis | entfällt |
| US-Adresse | bei Chase auf einem der beiden Nachweise | Geschäftsanschrift, Anforderungen je Anbieter |
| US-Telefonnummer | empfohlen | je nach Anbieter |
| ITIN | je nach Bank | entfällt |
| EIN | entfällt | zwingend |
| Formular W-8BEN | auf Anforderung der Bank, bestätigt den Status als ausländische Person | je nach Gesellschaftsform |
| Gesellschaftsunterlagen | entfällt | Gründungsurkunde (Articles), Operating Agreement |
| Persönliche Vorsprache | in der Regel | nein |
Filialbank oder Onlinebank
Onlinebanken wie Mercury sind nach eigener Angabe keine Banken. Die Konten führen Partnerbanken, eröffnet wird ausschließlich online und nur für Gesellschaften.
| Merkmal | Filialbank | Onlinebank |
|---|---|---|
| Kontoart | Privat- und Geschäftskonto | Geschäftskonto für in den USA gegründete Gesellschaften |
| Vorsprache | in der Regel ja | nein |
| US-Gesellschaft nötig | für das Privatkonto nicht | ja, mit EIN |
| Kontoführung | bei Chase und Wells Fargo 15 $ oder 0 $ im Monat | bei Mercury keine Grundgebühr |
| Einlagensicherung | FDIC, bei Mitgliedsbanken | nur über die Partnerbanken |
| Nutzen für spätere Kartenanträge | nach unserer Erfahrung die stärkere Grundlage | nach unserer Erfahrung die schwächere Grundlage |
Ablauf in sechs Schritten
- Grundlagen schaffen. Adresse und Telefonnummer einrichten, Unterlagen zusammenstellen.
- Banken auswählen. Zwei bis drei Institute, abgestimmt auf die Karten, die später folgen sollen.
- Termine vereinbaren. Filialen vorab kontaktieren und offen sagen, dass Sie nicht in den USA wohnen.
- Vorsprache. Konten eröffnen, Onlinebanking einrichten, Ersteinzahlung leisten.
- Aktivierung. Karten und Zugangsdaten gehen an die US-Adresse und kommen per Weiterleitung oder Scan zu Ihnen.
- Nutzung. Regelmäßige Bewegungen auf dem Konto. Von hier wird später auch eine Karte bezahlt, etwa nach einem Amex-Übertrag.
Kosten und Drittkosten
| Position | Richtwert | Anmerkung |
|---|---|---|
| Ersteinzahlung Privatkonto | je nach Institut | Chase nennt keinen festen Betrag, der Mindestbetrag unterscheidet sich von Bank zu Bank |
| Kontoführung Privatkonto | 15 $ oder 0 $ im Monat | Chase Total Checking und Wells Fargo Everyday Checking: entfällt unter anderem ab 1.500 $ Guthaben oder 500 $ elektronischen Eingängen |
| Geschäftskonto bei einer Onlinebank | 0 $ Grundgebühr | Mercury: kein Mindestguthaben, keine Pflichtgebühr, Zusatzleistungen kosten extra |
| US-Adresse | je nach Anbieter | Preise und Anforderungen auf der Seite US-Adresse und Compliance |
| US-Telefonnummer | je nach Anbieter | Chase empfiehlt eine gültige Telefonnummer |
| Anreise und Aufenthalt | individuell | drei Tage vor Ort reichen nach unserer Erfahrung |
Zeitrahmen
Die Vorbereitung dauert nach unserer Erfahrung zwei bis sechs Wochen. Am meisten hängt davon ab, ob eine ITIN oder EIN schon vorliegt.
Vor Ort genügen meist drei Tage. Karten und Zugangsdaten kamen in den begleiteten Fällen innerhalb von ein bis drei Wochen an der US-Adresse an. Die Banken selbst sagen keine Fristen zu.
Häufige Fehler
- Eine reine Paketweiterleitungsadresse angeben, die Banken als solche erkennen.
- Ohne Termin in die Filiale gehen und an einem Mitarbeiter scheitern, der noch nie ein Konto für jemanden ohne US-Wohnsitz eröffnet hat.
- Das Konto nach der Eröffnung ruhen lassen. Die Kontoführungsgebühr läuft weiter, und für spätere Kartenanträge zählt ein leeres Konto wenig.
- Gegenüber der Bank unzutreffende Angaben zum Wohnsitz machen. Das gefährdet Konto und spätere Karten.
- Eine ITIN nur für das Privatkonto beantragen wollen. Die Ausnahme für Einlagenkonten in der Anleitung zum Formular W-7 gilt für Einkünfte mit US-Geschäftsbezug und für steuerlich in den USA Ansässige, nicht für das Privatkonto eines Nichtansässigen.
Wann sich ein US-Bankkonto nicht lohnt
- Sie wollen nur Dollar empfangen oder zahlen und später keine US-Karten beantragen. Dafür genügen ein Fremdwährungskonto bei einer Bank in Deutschland oder die Dollar-Kontodaten eines Zahlungsdienstleisters. Was der Umtausch kosten kann, zeigt der Beitrag zur Fremdwährungsgebühr.
- Ihre US-Gesellschaft braucht nur ein Firmenkonto. Eine Onlinebank eröffnet es ohne Reise, unsere Begleitung ist dafür meist nicht nötig.
- Sie gehen davon aus, dass das Konto dem Finanzamt verborgen bleibt. Für in Deutschland Ansässige tauschen die USA Kontodaten über ein FATCA-Abkommen aus.
- Sie werden das Konto selten nutzen. Bei Filialbanken läuft dann die Kontoführungsgebühr, und ein ruhendes Konto trägt wenig zu späteren Anträgen bei.
- Sie können nicht in die USA reisen, brauchen aber ein Privatkonto bei einer großen Filialbank. Ohne Termin vor Ort sehen diese Banken die Eröffnung nicht vor.
Hinweise für Deutschland, Österreich und die Schweiz
Die USA wenden den gemeinsamen Meldestandard der OECD nicht an. Kontodaten tauschen sie über FATCA-Abkommen aus, und die sind mit den drei Ländern verschieden.
Mit Deutschland gilt ein gegenseitiges Abkommen. US-Banken melden für in Deutschland ansässige Kontoinhaber Name, Anschrift, deutsche Steuer-ID, Kontonummer und die gezahlten Zinsen, bei einem Einlagenkonto ab mehr als 10 $ Zinsen im Kalenderjahr. Das Bundeszentralamt für Steuern erhält diese Daten vom IRS.
Österreich und die Schweiz haben derzeit ein Abkommen nach Modell 2. Banken dort melden an die USA, ein Rückfluss von Kontodaten aus den USA ist nicht vorgesehen. Die Schweiz hat den Wechsel zum gegenseitigen Modell unterzeichnet, in Kraft treten soll er frühestens 2029.
An den Erklärungspflichten im Wohnsitzland ändert ein US-Konto nichts. Ob und wie es in Ihrer Steuererklärung erscheint, beurteilt ausschließlich Ihr Steuerberater.
Häufige Fragen
Geht das auch vollständig aus der Ferne?
Brauche ich eine SSN oder ITIN für ein US-Bankkonto?
Kann ich ein US-Konto ohne Wohnsitz in den USA eröffnen?
Meldet eine US-Bank mein Konto an das Finanzamt?
Wie unterscheidet sich eine Onlinebank wie Mercury von einer Filialbank?
Kann ich von Deutschland aus ein US-Dollar-Konto eröffnen?
Sind Einlagen auf einem US-Konto abgesichert?
Welche Bank ist die richtige?
Was passiert, wenn die Bank ablehnt?
Quellen und Prüfung
- Chase, Ausweisanforderungen bei der Kontoeröffnung: Acceptable forms of identification, abgerufen am 29. September 2026.
- Chase, Kontoführung 15 $ oder 0 $ und Konten für Nichtansässige: Total Checking, US bank account for non-residents, abgerufen am 29. September 2026.
- Wells Fargo, Kontoführung 15 $ oder 0 $: Everyday Checking, abgerufen am 29. September 2026.
- Bank of America, Kontoeröffnung und Nichtansässige: Applying for accounts, US bank account for non-residents, abgerufen am 29. September 2026.
- Mercury, Partnerbanken, Gebühren und Eröffnung ohne Filiale: FAQ, Open a US bank account, abgerufen am 29. September 2026.
- Vorschrift zur Kundenidentifizierung, 31 CFR 1020.220 (Passnummer statt Steuernummer, Anschrift): Abschrift des Legal Information Institute, abgerufen am 29. September 2026.
- FDIC, Einlagensicherung bis 250.000 $ je Einleger, je Bank und je Kontoart: Understanding deposit insurance, abgerufen am 29. September 2026.
- US-Finanzministerium, FATCA-Abkommen mit Deutschland (Modell 1), Österreich und der Schweiz (Modell 2): Übersicht, Abkommen mit Deutschland, Art. 1 und 2, abgerufen am 29. September 2026.
- Bundeszentralamt für Steuern, gegenseitiger Datenaustausch nach FATCA: bzst.de, abgerufen am 29. September 2026.
- Staatssekretariat für internationale Finanzfragen, neues FATCA-Abkommen der Schweiz: sif.admin.ch, abgerufen am 29. September 2026.
- OECD, Zusagen zum automatischen Informationsaustausch, Stand 17. September 2026: AEOI commitments, abgerufen am 29. September 2026.
- IRS, Quellensteuer auf Zinsen ausländischer Personen: Publication 515; Formular W-8BEN: About Form W-8 BEN; Ausnahmen für Einlagenkonten: Anleitung zu Formular W-7, abgerufen am 29. September 2026.
- Eigene Erfahrungswerte aus begleiteten Kontoeröffnungen seit 2021: Termindauer, Aufenthalt, Zustellzeiten, Nutzen für spätere Kartenanträge.
Begriffe auf dieser Seite
- Steuerliche Kennnummer: Die steuerliche Kennnummer ist die US-Nummer für Personen ohne Anspruch auf eine Sozialversicherungsnummer und dient ausschliesslich steuerlichen Zwecken.
- Fremdwährungsgebühr: Die Fremdwährungsgebühr ist ein prozentualer Aufschlag der kartenausgebenden Bank auf Umsätze, die nicht in der Abrechnungswährung der Karte anfallen.
- DACH-Raum: Der DACH-Raum ist der gemeinsame deutschsprachige Markt aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, benannt nach den Länderkennzeichen D, A und CH.
- 5/24-Regel: Die 5/24-Regel ist eine US-amerikanische Vergaberegel: Wer in den letzten 24 Monaten fünf oder mehr Kartenkonten eröffnet hat, wird von bestimmten Karten abgelehnt.
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