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US-Bankkonto eröffnen

Florian HartlGründer von Benefit SystemsVeröffentlicht 4. März 2026
Eingangsbereich einer traditionellen amerikanischen Bankfiliale aus Stein und Glas an einem sonnigen Gehweg mit Bäumen.Symbolbild, KI-generiert
Kurze AntwortOhne US-Wohnsitz ist ein US-Bankkonto möglich. Ein Privatkonto bei einer großen Filialbank eröffnen Sie in der Regel bei einem Termin vor Ort, mit Reisepass, einem zweiten Ausweis, einer US-Adresse und je nach Bank einer ITIN. Ein Geschäftskonto für eine US-Gesellschaft mit EIN eröffnen Onlinebanken ohne Filialbesuch.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Termin in der Filiale dauert nach unserer Erfahrung ein bis zwei Stunden. Zwei oder drei Banken an einem Tag sind machbar.
  • Onlinebanken eröffnen Firmenkonten ohne Vorsprache. Für spätere Kartenanträge bei einer großen Bank sind sie nach unserer Erfahrung die schwächere Grundlage.
  • Geschäftskonten setzen eine bestehende US-Gesellschaft mit EIN voraus.
  • Zinsen auf Bankeinlagen ohne US-Geschäftsbezug unterliegen laut IRS keinem US-Quellensteuerabzug. Die Pflichten im Wohnsitzland bleiben davon unberührt.
  • Für in Deutschland Ansässige gilt mit den USA ein gegenseitiger Austausch von Kontodaten.
  • Eine Zusage kann niemand garantieren, die Entscheidung trifft allein die Bank.

Für wen sich ein US-Bankkonto eignet

Mit dem Konto beginnt der Aufbau. Von ihm werden später die Rechnungen der US-Karten in Dollar bezahlt, und eine Bank, bei der Sie seit Monaten ein Konto führen, kennt Sie bei einem Kartenantrag besser als einen Fremden.

Eine US-Kredithistorie entsteht durch das Konto allein noch nicht. Sie wächst erst mit den Karten, die darauf aufbauen.

  • Privatpersonen, die eine eigene US-Kredithistorie aufbauen und ihre Kartenrechnungen in Dollar bezahlen wollen.
  • Inhaber einer US-LLC (Limited Liability Company, eine US-Gesellschaftsform), die Einnahmen in Dollar vereinnahmen und Business-Karten nutzen möchten. Was die EIN einer Gesellschaft bringt und was nicht, erklärt der Beitrag EIN für ein ausländisches Unternehmen.
  • Unternehmen mit US-Kunden, die über ihre US-Gesellschaft Zahlungsdienstleister wie Stripe anbinden wollen.

Voraussetzungen

NachweisPrivatkonto (Filialbank)Geschäftskonto (Onlinebank)
Gültiger Reisepasszwingendzwingend
Zweites Ausweisdokumentbei Chase verlangt, auch ein ausländischer Personalausweisentfällt
US-Adressebei Chase auf einem der beiden NachweiseGeschäftsanschrift, Anforderungen je Anbieter
US-Telefonnummerempfohlenje nach Anbieter
ITINje nach Bankentfällt
EINentfälltzwingend
Formular W-8BENauf Anforderung der Bank, bestätigt den Status als ausländische Personje nach Gesellschaftsform
GesellschaftsunterlagenentfälltGründungsurkunde (Articles), Operating Agreement
Persönliche Vorsprachein der Regelnein
Anforderungen von Chase, Bank of America und Mercury, Stand 29. September 2026. Ein Geschäftskonto bei einer Filialbank verlangt in der Regel ebenfalls einen Termin vor Ort. Einzelne Institute weichen ab.

Filialbank oder Onlinebank

Onlinebanken wie Mercury sind nach eigener Angabe keine Banken. Die Konten führen Partnerbanken, eröffnet wird ausschließlich online und nur für Gesellschaften.

MerkmalFilialbankOnlinebank
KontoartPrivat- und GeschäftskontoGeschäftskonto für in den USA gegründete Gesellschaften
Vorsprachein der Regel janein
US-Gesellschaft nötigfür das Privatkonto nichtja, mit EIN
Kontoführungbei Chase und Wells Fargo 15 $ oder 0 $ im Monatbei Mercury keine Grundgebühr
EinlagensicherungFDIC, bei Mitgliedsbankennur über die Partnerbanken
Nutzen für spätere Kartenanträgenach unserer Erfahrung die stärkere Grundlagenach unserer Erfahrung die schwächere Grundlage
Stand 29. September 2026. Der Nutzen für Kartenanträge ist ein Erfahrungswert aus begleiteten Anträgen, keine Aussage der Banken.

Ablauf in sechs Schritten

  1. Grundlagen schaffen. Adresse und Telefonnummer einrichten, Unterlagen zusammenstellen.
  2. Banken auswählen. Zwei bis drei Institute, abgestimmt auf die Karten, die später folgen sollen.
  3. Termine vereinbaren. Filialen vorab kontaktieren und offen sagen, dass Sie nicht in den USA wohnen.
  4. Vorsprache. Konten eröffnen, Onlinebanking einrichten, Ersteinzahlung leisten.
  5. Aktivierung. Karten und Zugangsdaten gehen an die US-Adresse und kommen per Weiterleitung oder Scan zu Ihnen.
  6. Nutzung. Regelmäßige Bewegungen auf dem Konto. Von hier wird später auch eine Karte bezahlt, etwa nach einem Amex-Übertrag.

Kosten und Drittkosten

PositionRichtwertAnmerkung
Ersteinzahlung Privatkontoje nach InstitutChase nennt keinen festen Betrag, der Mindestbetrag unterscheidet sich von Bank zu Bank
Kontoführung Privatkonto15 $ oder 0 $ im MonatChase Total Checking und Wells Fargo Everyday Checking: entfällt unter anderem ab 1.500 $ Guthaben oder 500 $ elektronischen Eingängen
Geschäftskonto bei einer Onlinebank0 $ GrundgebührMercury: kein Mindestguthaben, keine Pflichtgebühr, Zusatzleistungen kosten extra
US-Adresseje nach AnbieterPreise und Anforderungen auf der Seite US-Adresse und Compliance
US-Telefonnummerje nach AnbieterChase empfiehlt eine gültige Telefonnummer
Anreise und Aufenthaltindividuelldrei Tage vor Ort reichen nach unserer Erfahrung
Bedingungen der genannten Konten, Stand 29. September 2026. Kosten Dritter sind nicht Bestandteil unserer Pakete.

Zeitrahmen

Die Vorbereitung dauert nach unserer Erfahrung zwei bis sechs Wochen. Am meisten hängt davon ab, ob eine ITIN oder EIN schon vorliegt.

Vor Ort genügen meist drei Tage. Karten und Zugangsdaten kamen in den begleiteten Fällen innerhalb von ein bis drei Wochen an der US-Adresse an. Die Banken selbst sagen keine Fristen zu.

Häufige Fehler

  • Eine reine Paketweiterleitungsadresse angeben, die Banken als solche erkennen.
  • Ohne Termin in die Filiale gehen und an einem Mitarbeiter scheitern, der noch nie ein Konto für jemanden ohne US-Wohnsitz eröffnet hat.
  • Das Konto nach der Eröffnung ruhen lassen. Die Kontoführungsgebühr läuft weiter, und für spätere Kartenanträge zählt ein leeres Konto wenig.
  • Gegenüber der Bank unzutreffende Angaben zum Wohnsitz machen. Das gefährdet Konto und spätere Karten.
  • Eine ITIN nur für das Privatkonto beantragen wollen. Die Ausnahme für Einlagenkonten in der Anleitung zum Formular W-7 gilt für Einkünfte mit US-Geschäftsbezug und für steuerlich in den USA Ansässige, nicht für das Privatkonto eines Nichtansässigen.

Wann sich ein US-Bankkonto nicht lohnt

  • Sie wollen nur Dollar empfangen oder zahlen und später keine US-Karten beantragen. Dafür genügen ein Fremdwährungskonto bei einer Bank in Deutschland oder die Dollar-Kontodaten eines Zahlungsdienstleisters. Was der Umtausch kosten kann, zeigt der Beitrag zur Fremdwährungsgebühr.
  • Ihre US-Gesellschaft braucht nur ein Firmenkonto. Eine Onlinebank eröffnet es ohne Reise, unsere Begleitung ist dafür meist nicht nötig.
  • Sie gehen davon aus, dass das Konto dem Finanzamt verborgen bleibt. Für in Deutschland Ansässige tauschen die USA Kontodaten über ein FATCA-Abkommen aus.
  • Sie werden das Konto selten nutzen. Bei Filialbanken läuft dann die Kontoführungsgebühr, und ein ruhendes Konto trägt wenig zu späteren Anträgen bei.
  • Sie können nicht in die USA reisen, brauchen aber ein Privatkonto bei einer großen Filialbank. Ohne Termin vor Ort sehen diese Banken die Eröffnung nicht vor.

Hinweise für Deutschland, Österreich und die Schweiz

Die USA wenden den gemeinsamen Meldestandard der OECD nicht an. Kontodaten tauschen sie über FATCA-Abkommen aus, und die sind mit den drei Ländern verschieden.

Mit Deutschland gilt ein gegenseitiges Abkommen. US-Banken melden für in Deutschland ansässige Kontoinhaber Name, Anschrift, deutsche Steuer-ID, Kontonummer und die gezahlten Zinsen, bei einem Einlagenkonto ab mehr als 10 $ Zinsen im Kalenderjahr. Das Bundeszentralamt für Steuern erhält diese Daten vom IRS.

Österreich und die Schweiz haben derzeit ein Abkommen nach Modell 2. Banken dort melden an die USA, ein Rückfluss von Kontodaten aus den USA ist nicht vorgesehen. Die Schweiz hat den Wechsel zum gegenseitigen Modell unterzeichnet, in Kraft treten soll er frühestens 2029.

An den Erklärungspflichten im Wohnsitzland ändert ein US-Konto nichts. Ob und wie es in Ihrer Steuererklärung erscheint, beurteilt ausschließlich Ihr Steuerberater.

Grenzen dieser AngabenKonditionen, Bearbeitungszeiten und Regeln der Banken und Behörden ändern sich, teils ohne Ankündigung. Alle Angaben tragen ein Prüfdatum und werden vor jedem Antrag erneut geprüft.

Häufige Fragen

Geht das auch vollständig aus der Ferne?
Für ein Firmenkonto ja. Onlinebanken eröffnen Konten für in den USA gegründete Gesellschaften mit EIN ohne Filialbesuch. Ein Privatkonto bei einer großen Filialbank setzt in der Regel einen Termin vor Ort voraus. Für spätere Kartenanträge bei einer großen Bank ist das Onlinekonto nach unserer Erfahrung die schwächere Grundlage.
Brauche ich eine SSN oder ITIN für ein US-Bankkonto?
Nicht zwingend. Die US-Vorschrift zur Kundenidentifizierung lässt bei Personen ohne US-Staatsangehörigkeit statt einer Steuernummer auch die Passnummer mit Ausstellungsland zu. Ob eine Bank das akzeptiert, entscheidet sie selbst. Bank of America nennt in ihren Hinweisen die ITIN, Chase verlangt zwei Ausweise, einer davon mit US-Adresse. Wie ITIN und SSN bei späteren Kartenanträgen zusammenhängen, erklärt der Beitrag ITIN oder SSN für US-Kreditkarten.
Kann ich ein US-Konto ohne Wohnsitz in den USA eröffnen?
Ja, bei einigen Banken. Die Vorschrift verlangt eine Wohn- oder Geschäftsanschrift, einen US-Wohnsitz verlangt sie nicht. Filialbanken wollen in der Praxis trotzdem eine US-Anschrift auf einem der Ausweise oder Nachweise sehen. In den USA leben muss dafür niemand.
Meldet eine US-Bank mein Konto an das Finanzamt?
Für in Deutschland Ansässige ja, sobald ein Einlagenkonto im Jahr mehr als 10 $ Zinsen bringt. Die USA nehmen am gemeinsamen Meldestandard der OECD nicht teil, tauschen mit Deutschland aber nach einem gegenseitigen FATCA-Abkommen Daten aus. Gemeldet werden unter anderem Name, Anschrift, Kontonummer und gezahlte Zinsen. Das Bundeszentralamt für Steuern erhält die Daten vom IRS. Für Österreich und die Schweiz ist dieser Rückfluss derzeit nicht vorgesehen. Ihre Erklärungspflichten gelten in jedem Fall.
Wie unterscheidet sich eine Onlinebank wie Mercury von einer Filialbank?
Mercury ist nach eigener Angabe keine Bank, die Konten führen Partnerbanken. Eröffnet werden Firmenkonten für in den USA gegründete Gesellschaften mit EIN, ohne Filialbesuch und ohne Mindestguthaben. Sollen später Karten einer großen Bank folgen, ersetzt das keine Kundenbeziehung zu genau dieser Bank.
Kann ich von Deutschland aus ein US-Dollar-Konto eröffnen?
Ja, als Fremdwährungskonto bei einer Bank in Deutschland oder als Dollar-Kontodaten bei einem Zahlungsdienstleister. Beides eignet sich für Zahlungen in Dollar. Keines davon ist eine Kundenbeziehung zu einer US-Bank, die bei deren späteren Kartenanträgen zählt.
Sind Einlagen auf einem US-Konto abgesichert?
Bei einer Bank mit FDIC-Mitgliedschaft greift die US-Einlagensicherung je Einleger, je Bank und je Kontoart bis zur gesetzlichen Grenze. Bei Onlinebanken, die selbst keine Bank sind, gilt die Sicherung nur über deren Partnerbanken.
Welche Bank ist die richtige?
Das hängt davon ab, welche Karten später folgen sollen. Manche Banken bevorzugen bestehende Kunden, andere lehnen Kartenanträge nach zu vielen Neueröffnungen ab, bekannt ist die 5/24-Regel von Chase. Die Reihenfolge legen wir vor der Reise fest.
Was passiert, wenn die Bank ablehnt?
Ablehnungen kommen vor und sind eingeplant. Auf dem Plan eines Aufenthalts stehen deshalb mehrere Institute. Eine Zusage kann niemand versprechen, die Entscheidung trifft die Bank.

Quellen und Prüfung

Keine Steuer- und RechtsberatungBenefit Systems begleitet den organisatorischen Ablauf. Steuerliche und rechtliche Beurteilungen bleiben Ihrem Steuerberater und Ihrem Anwalt vorbehalten. Über Konten, Karten, Limits und Einreise entscheiden ausschließlich Banken und Behörden.

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Hintergrund

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Begriffe auf dieser Seite

  • Steuerliche Kennnummer: Die steuerliche Kennnummer ist die US-Nummer für Personen ohne Anspruch auf eine Sozialversicherungsnummer und dient ausschliesslich steuerlichen Zwecken.
  • Fremdwährungsgebühr: Die Fremdwährungsgebühr ist ein prozentualer Aufschlag der kartenausgebenden Bank auf Umsätze, die nicht in der Abrechnungswährung der Karte anfallen.
  • DACH-Raum: Der DACH-Raum ist der gemeinsame deutschsprachige Markt aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, benannt nach den Länderkennzeichen D, A und CH.
  • 5/24-Regel: Die 5/24-Regel ist eine US-amerikanische Vergaberegel: Wer in den letzten 24 Monaten fünf oder mehr Kartenkonten eröffnet hat, wird von bestimmten Karten abgelehnt.
Nächster Schritt

Klären Sie die Voraussetzungen, bevor Sie etwas beantragen

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Das klären wir im Gespräch

  • Geht das bei mir ohne US-Wohnsitz?
  • Brauchen wir eine US-Firma?
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