Wie fliege ich mit Hund oder Katze im Flugzeug?
Ein Tier reist entweder in der Kabine, im temperierten Teil des Frachtraums oder als Luftfracht, und der Weg hängt vor allem am Gewicht.
Auf einen Blick#
| Weg | typisch für | Anmeldung |
|---|---|---|
| Kabine | kleine Hunde und Katzen mit Box | vor der Buchung |
| Temperierter Frachtraum | größere Hunde in zugelassener Box | vor der Buchung |
| Luftfracht | sehr große Tiere, Umzüge | über einen Spediteur |
| Assistenzhund | eigene Regelung, kostenfrei | mit Nachweis |
| Sitzplatz für das Tier | bei den meisten Anbietern nicht möglich | entfällt |
| Kurznasige Rassen | häufig ausgeschlossen | vorher klären |
Eine Reise mit Tier setzt sich aus vielen einzelnen Angaben zusammen: Gebühr, Boxmaß, Impfung, Gewichtsgrenze, Kontingent. Jede für sich ist schnell gefunden. Schwierig ist die Reihenfolge, in der sie abzuarbeiten sind, und an ihr scheitern die meisten Planungen.
Die drei Wege und ihre Grenzen#
Ein Tier reist auf einem von drei Wegen. Frei wählen lässt sich der Weg kaum, er ergibt sich aus Größe und Gewicht des Tieres.
Der erste ist die Kabine. Er gilt für kleine Hunde und Katzen, deren Gewicht zusammen mit der Box unter einer Grenze bleibt, die jede Fluggesellschaft selbst setzt. Die Box muss unter den Vordersitz passen, weich sein und geschlossen bleiben. Das Tier bleibt den ganzen Flug darin.
Der zweite ist der temperierte Teil des Frachtraums. Er gilt für größere Tiere in einer zugelassenen Hartschalenbox. Der Bereich ist belüftet und beheizt, aber er ist nicht die Kabine, und der Zugang zum Tier ist während des Flugs ausgeschlossen.
Der dritte ist die Luftfracht. Sie ist der Weg für sehr große Tiere und für Umzüge. Gebucht wird sie über einen Spediteur statt über den Passagierflug, und der Ablauf hat mit einer Reisebuchung wenig zu tun.
Über allen drei Wegen steht dieselbe Bedingung: Die Zahl der Tiere je Flug ist begrenzt, in der Kabine oft auf wenige Einheiten. Ohne bestätigte Anmeldung gibt es keinen Platz, und eine Buchung ohne Anmeldung ist wertlos.
Warum die Reihenfolge entscheidend ist#
Eine Reise mit Tier ist weniger eine Flugbuchung als ein Vorhaben mit vier Beteiligten: Fluggesellschaft, Tierarzt, Behörde des Ziellandes und Flughafen. Die häufigste Fehlplanung besteht darin, zuerst den Flug zu buchen und danach das Tier anzumelden. Die richtige Reihenfolge ist umgekehrt, und die Flugbuchung ist ihr letzter Schritt.
Zuerst wird geklärt, ob das Zielland die Einreise überhaupt erlaubt und unter welchen Bedingungen. Danach wird geprüft, welche Fluggesellschaft auf dieser Strecke Tiere befördert und auf welchem Weg. Erst dann wird die Verfügbarkeit für den konkreten Termin angefragt. Und erst wenn die Bestätigung vorliegt, wird das Ticket gekauft.
Der Grund liegt in der Verkettung. Ein Kontingent von zwei Tieren in der Kabine ist an einem Ferienfreitag schnell vergeben. Eine Verfügbarkeitsanfrage kostet nichts, ein nicht erstattbares Ticket ohne Platz für das Tier kostet den ganzen Preis. Welche Stornofenster überhaupt bestehen, steht in Kostenlos stornieren.
Was Rasse und Wetter verändern#
Kurznasige Rassen#
Hunde und Katzen mit kurzer Schnauze haben einen eingeschränkten Atemweg, und Stress und Wärme wirken bei ihnen stärker. Viele Fluggesellschaften befördern sie deshalb nicht im Frachtraum, einzelne schließen sie vollständig aus, und andere verlangen eine tierärztliche Bescheinigung. Wer eine solche Rasse hält, klärt diesen Punkt als allerersten.
Temperaturgrenzen#
Für den Frachtraum gelten bei vielen Anbietern Temperaturgrenzen, die sich auf den Start-, den Umsteige- und den Zielflughafen beziehen. Werden sie über- oder unterschritten, wird die Beförderung abgelehnt, und zwar am Tag des Fluges. Im Hochsommer ist das der häufigste Grund, warum eine geplante Mitnahme scheitert, und er lässt sich nur durch die Wahl früher Morgen- oder später Abendflüge entschärfen. Weil die Entscheidung erst am Abflugtag fällt, braucht eine Sommerreise mit Tier im Frachtraum einen Plan für den Fall, dass es nicht mitdarf.
Flugzeugtyp und Kabine#
Nicht jedes Muster hat einen temperierten Frachtraum, und nicht jede Kabine bietet unter jedem Sitz denselben Platz für eine Box. Bei einem Flugzeugtausch kann eine zugesagte Mitnahme deshalb kurzfristig entfallen, und das geschieht nicht selten. Hinzu kommt, dass die Notausgangsreihen und die Reihen an der Trennwand für Tiere ausgeschlossen sind, weil dort kein Vordersitz steht. Wie sich der eingesetzte Typ und die Bestuhlung vorher ermitteln lassen, steht in Flugzeugtyp herausfinden.
Was am Flughafen geschieht#
Der Ablauf unterscheidet sich je nach Weg, und beide Varianten haben eigene Zeitpläne.
Ein Tier in der Kabine wird am Schalter angemeldet, die Box wird gewogen und gemessen, und die Gebühr wird dort bezahlt, sofern sie nicht vorab entrichtet wurde. An der Sicherheitskontrolle muss das Tier aus der Box genommen und auf dem Arm durch die Kontrolle getragen werden, während die leere Box durch das Gerät läuft. Diese wenigen Minuten sind für viele Tiere der unangenehmste Teil der Reise, und eine Leine oder ein Geschirr unter der Box gehört deshalb dazu.
Ein Tier im Frachtraum wird an einer eigenen Stelle abgegeben, häufig weit vor der regulären Eincheckzeit und an einem anderen Ort im Terminal. Die Abholung erfolgt ebenfalls getrennt vom Gepäckband, meist an der Frachtabfertigung. Beide Wege kosten Zeit, und die Fluggesellschaft nennt sie bei der Anmeldung. Diese Zeiten gehören in die Planung der Anreise, denn ein Tier, das zu spät an der Annahme steht, kann den Flug verpassen, obwohl der Halter selbst noch rechtzeitig am Gate wäre.
Für beide Wege gilt: Das übrige Handgepäck reduziert sich. Bei den meisten Anbietern zählt die Box als das eine erlaubte Stück, und was sonst noch mitdarf, richtet sich nach den Handgepäck-Regeln.
Rechenbeispiel: eine Reise mit Hund und Umstieg#
Ein Reisender fliegt mit einem zehn Kilogramm schweren Hund und einem Umstieg. Die Mitnahme im Frachtraum kostet je Abschnitt eine Gebühr, die Box muss gekauft werden, und der Tierarzt stellt die Bescheinigung aus.
Zwei Abschnitte hin und zwei zurück ergeben vier Gebühren, nicht zwei. Dazu kommen die Box, die Impfung und die Bescheinigung sowie die Anfahrt zu einem Flughafen, der Tiere überhaupt annimmt. Die Summe liegt regelmäßig über dem Preis des eigenen Tickets, und bei einem Umstieg verdoppelt sich der Aufwand für Annahme und Abholung.
Ein Direktflug mit einer Gebühr je Richtung halbiert die Kosten und verkürzt die Zeit in der Box erheblich, und mit jedem weggefallenen Umstieg sinkt auch die Zahl der Stellen, an denen etwas schiefgehen kann. Bei Reisen mit Tieren ist der Direktflug deshalb fast immer die richtige Wahl, selbst wenn er beim Ticketpreis teurer ist. Wie viel Puffer eine Verbindung sonst braucht, steht in Umsteigezeit; bei einem Tier im Frachtraum gilt zusätzlich, dass lange Wartezeiten eine Belastung sind und nicht nur ein Risiko.
Die Box ist die halbe Miete#
Kein Gegenstand entscheidet so oft über eine Zurückweisung wie die Transportbox, und die Anforderungen sind konkret.
Für die Kabine verlangen die Anbieter eine weiche, wasserdichte Box mit Belüftung an mindestens zwei Seiten, die unter den Vordersitz passt. Die Maße sind je Fluggesellschaft unterschiedlich, und die Angabe bezieht sich auf die Höhe im belegten Zustand, nicht auf die Herstellerangabe.
Für den Frachtraum ist eine Hartschalenbox nach einem internationalen Standard vorgeschrieben. Sie muss verschraubt sein statt nur verclipst, eine Metallgittertür haben, mit Tränke und saugfähiger Unterlage ausgestattet sein und außen mit Namen, Kontakt und dem Hinweis auf ein lebendes Tier gekennzeichnet werden.
Für beide gilt eine Größenregel, die häufig übersehen wird: Das Tier muss in der Box stehen, sich drehen und liegen können, ohne anzustoßen. Eine zu kleine Box wird abgelehnt, eine zu große im Frachtraum ebenfalls, weil das Tier darin bei Turbulenz geworfen wird.
Dazu kommt die Gewöhnung. Eine Box, die das Tier zum ersten Mal am Flughafen sieht, ist ein Stressfaktor mehr. Zwei bis drei Wochen Vorlauf mit Fütterung in der offenen Box verändern das Verhalten spürbar, und dieser Vorlauf lässt sich am Reisetag nicht mehr nachholen, genauso wenig wie Impfung und Bescheinigung.
Die Dokumente und das Zielland#
Innerhalb der Europäischen Union ist die Lage übersichtlich. Verlangt werden ein Heimtierausweis, eine gültige Tollwutimpfung und ein Mikrochip. Einzelne Staaten fordern zusätzliche Behandlungen vor der Einreise.
Außerhalb der Union wird es aufwendig, und die Anforderungen unterscheiden sich stark. Verbreitet sind eine Titerbestimmung nach der Impfung mit anschließender Wartezeit, eine amtstierärztliche Bescheinigung kurz vor der Reise und eine Voranmeldung bei der Behörde des Ziellandes. Einzelne Inselstaaten verlangen eine Quarantäne von mehreren Monaten.
Die Zeitschiene beginnt deshalb weit vor der Buchung. Eine Titerbestimmung mit Wartezeit kann ein halbes Jahr in Anspruch nehmen, und sie lässt sich nicht beschleunigen. Wer eine Reise in einen solchen Staat plant, beginnt mit dem Tierarzt und nicht mit dem Flugplan.
Auch die Rückreise gehört in die Planung. Die Einreisebedingungen des Heimatlandes gelten auch für das eigene Tier, und ein Tier, das ohne die richtigen Nachweise mitgenommen wurde, kommt unter Umständen nicht zurück.
Wann sich eine Mitnahme nicht lohnt#
In manchen Lagen steht der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen:
- Bei kurzen Reisen. Für ein Wochenende bedeutet die Reise für das Tier zweimal Stress, zwei Gebühren und mehrere Stunden in einer Box, und der Gewinn ist gering.
- Bei kurznasigen Rassen, alten oder kranken Tieren. Das Risiko ist erhöht, und mehrere Fluggesellschaften lehnen die Beförderung ohnehin ab. Eine Betreuung zu Hause ist dann die verantwortlichere Lösung.
- Bei Zielen mit Quarantäne. Für das Tier ist die Reise kein Urlaub, sondern eine Unterbringung in einer fremden Einrichtung. Diese Länder lohnen die Mitnahme nur bei einem Umzug.
- Bei mehreren Umstiegen und langen Wartezeiten. Die Zeit in der Box summiert sich auf einen halben Tag oder mehr, und ohne erreichbaren Direktflug ist die Alternative häufig die bessere.
Beruhigungsmittel und Fütterung#
Zwei Fragen stellen sich vor jeder Tierreise, und die verbreiteten Antworten sind veraltet.
Bei Beruhigungsmitteln raten Tierärzte und Fluggesellschaften heute überwiegend ab. Eine Sedierung senkt Blutdruck und Körpertemperatur, und im Frachtraum mit verändertem Kabinendruck kann das die Belastung erhöhen statt sie zu senken. Ein sediertes Tier kann sich außerdem in der Box nicht selbst stabilisieren. Wer dennoch etwas geben will, klärt es vorher tierärztlich und nicht am Vorabend.
Bei der Fütterung gilt die Regel, einige Stunden vor dem Flug nichts Festes mehr zu geben und Wasser bis zuletzt anzubieten. Eine Tränke in der Box, die von außen befüllbar ist, ist bei längeren Flügen im Frachtraum vorgeschrieben und bei Kabinenreisen sinnvoll.
Beim Auslauf zählt der Zeitpunkt. Ein längerer Spaziergang unmittelbar vor der Anfahrt zum Flughafen wirkt stärker als jedes Mittel, und mehrere große Flughäfen haben inzwischen Bereiche für Tiere nach der Sicherheitskontrolle. Ob es einen gibt, steht auf der Seite des Flughafens und entscheidet bei langen Umsteigezeiten über den Verlauf des Tages.
Die häufigsten Fehler#
- Zuerst den Flug buchen. Ein Ticket ohne bestätigten Platz für das Tier ist wertlos; Zielland und Verfügbarkeit kommen vorher.
- Die Gebühr je Reise rechnen. Meist fällt sie je Abschnitt an, mit Umstieg also doppelt.
- Die Box zu spät kaufen. Das Tier soll sie vor der Reise kennen, und die Maße müssen zur Fluggesellschaft passen.
- Temperaturgrenzen übersehen. Im Sommer scheitert die Mitnahme im Frachtraum daran am häufigsten, frühe und späte Flüge entschärfen das.
- Die Titerbestimmung unterschätzen. Manche Ziele verlangen ein halbes Jahr Vorlauf, und der lässt sich nicht verkürzen.
- Die Rückreise vergessen. Die Einreisebedingungen gelten in beide Richtungen.
- Auf eigene Faust beruhigen. Eine Sedierung erhöht die Belastung im Frachtraum eher, als dass sie sie senkt, und gehört vorher tierärztlich geklärt.
Verwandte Themen#
Häufige Fragen
Welches Tier darf in die Kabine?
Muss ich vorher anmelden?
Was kostet die Mitnahme?
Darf das Tier aus der Box?
Welche Rassen sind ausgeschlossen?
Was gilt bei Hitze oder Kälte?
Welche Dokumente braucht das Tier?
Gibt es Quarantäne?
Darf ein Assistenzhund mit?
Was ist bei Umstiegen zu beachten?
Zählt die Box als Handgepäck?
Kann die Mitnahme kurzfristig abgelehnt werden?
Quellen und Einordnung
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Das klären wir im Gespräch
- Welche Airline-Programme passen zu unseren Strecken?
- Wie viele Flüge sind bei unseren Ausgaben realistisch?
- Was kosten Steuern und Gebühren bei Prämienflügen?

