Wie funktionieren Bonuskategorien bei Kreditkarten?
Eine Bonuskategorie ist eine Liste von Händlercodes, für die eine Karte mehr gutschreibt.
Auf einen Blick#
| Merkmal | Feste Kategorie | Rotierende Kategorie |
|---|---|---|
| Gültigkeit | dauerhaft | je Quartal oder Aktion |
| Anmeldung nötig | nein | fast immer |
| Planbarkeit | hoch | niedrig |
| Obergrenze | oft jährlich | oft je Quartal |
| Typischer Einsatz | wiederkehrende Ausgaben | einzelne größere Käufe |
| Aufwand | gering | laufende Beobachtung |
Was eine Kategorie ist#
Eine Bonuskategorie klingt nach einer Art von Ausgaben und ist in Wahrheit eine Liste von Händlercodes. Der Name ist die Kurzform, die Liste ist der Inhalt. Ob eine Zahlung dazugehört, entscheidet deshalb der Code des Händlers. Die gekaufte Leistung spielt keine Rolle, und genau daraus entstehen die meisten Enttäuschungen. Derselbe Kaffee kann im Supermarkt als Lebensmitteleinkauf zählen und an der Tankstelle als Tankumsatz. Umgekehrt wird ein Einkauf im Kaufhaus nicht zum Lebensmitteleinkauf, nur weil im Korb ausschließlich Lebensmittel liegen.
Wie ein solcher Code zustande kommt und wer ihn vergibt, beschreibt der Händlercode entscheidet. Ohne dieses Wissen bleibt jede Kategorie eine Überraschung. Vor dem Kauf zählt deshalb der Blick auf den Händler, nicht auf die Ware.
Auch die Höhe wird meist falsch eingeschätzt. Beworben wird der Multiplikator, entscheidend ist aber das Produkt aus Multiplikator und tatsächlichem Umsatz in dieser Kategorie. Bei wenig Umsatz bringt ein hoher Multiplikator fast nichts, bei viel Umsatz ist die Obergrenze schnell erreicht. Zwischen diesen beiden Punkten liegt der Bereich, in dem eine Kategorie tatsächlich etwas bringt, und er ist schmaler, als die Werbung nahelegt.
Die drei Bauteile#
Drei Bauteile bestimmen jede Kategorie: die Liste der Codes, die Obergrenze und der Zeitraum. Alle drei stehen in den Bedingungen, und alle drei entscheiden über den Ertrag.
Die Liste der Codes#
Jede Kategorie besteht aus einer Liste zulässiger Codes und häufig aus einer zweiten Liste ausdrücklicher Ausschlüsse. Beide stehen in den Bedingungen und nicht in der Werbung. Einmal gelesen, bleibt die Liste für Jahre im Kopf, und für eine Kategorie, die gezielt genutzt werden soll, ist diese Lektüre Pflicht.
Die Ausschlüsse sind dabei die interessantere Liste. Sie nennen die Fälle, bei denen der Name der Kategorie eine andere Erwartung weckt als die Abrechnung. Mit ihnen im Kopf wandert eine solche Zahlung bewusst auf eine andere Karte, statt hinterher als fehlende Gutschrift aufzufallen.
Selbst zwischen zwei Karten desselben Anbieters unterscheiden sich die Listen. Eine Kategorie mit demselben Namen kann bei zwei Produkten unterschiedlich weit gefasst sein. Ein Sonderfall sind Kategorien mit Mindestumsatz: Dort gilt die höhere Gutschrift erst ab einer bestimmten Summe, und darunter bleibt es bei der Grundgutschrift.
Die Obergrenze#
Die meisten Kategorien haben eine Obergrenze, ausgedrückt als Betrag je Quartal oder Jahr. Oberhalb davon gilt wieder die Grundgutschrift. Für die Bewertung einer Karte ist die Grenze wichtiger als die Höhe der Gutschrift, denn eine hohe Gutschrift mit niedriger Grenze liefert weniger als eine mittlere ohne Grenze.
Mit den eigenen Ausgaben im Kopf lässt sich die Grenze einmal durchrechnen. Danach steht fest, ob die Kategorie den eigenen Bedarf überhaupt abdeckt. Bei mehreren Karten gehören die Grenzen zusammen betrachtet: Zwei Karten mit derselben Kategorie und getrennten Grenzen verdoppeln den begünstigten Betrag.
Ebenso wichtig ist die Grundgutschrift. Sie gilt für alles außerhalb der Kategorie und macht bei den meisten Haushalten den größeren Teil des Umsatzes aus, auch dann, wenn die Karte wegen einer bestimmten Kategorie ausgewählt wurde.
Die Zeit#
Feste Kategorien gelten dauerhaft, rotierende wechseln in festen Abständen, und bei rotierenden Kategorien kommt fast immer eine Anmeldung hinzu. Ohne Anmeldung zählt die Ausgabe zur Grundgutschrift, und eine nachträgliche Anmeldung wirkt in der Regel nicht rückwirkend. Die Anmeldung öffnet meist einige Wochen vor Quartalsbeginn und schließt am Quartalsende, und außerhalb dieses Fensters ist nichts zu machen.
Ein Termin je Quartal im Kalender löst das Problem. Zwei Minuten genügen, und ohne sie ist die Kategorie wertlos. Fehlt der Termin einmal, ist das Quartal verloren, denn rückwirkend lässt sich nichts nachholen.
Ein Blick in die eigene Abrechnung beantwortet die Frage nach dem Volumen. Drei Monate genügen, und daraus lässt sich der Jahresumsatz je Kategorie gut abschätzen. Bei Punkten statt Cashback kommt der Wert je Punkt dazu. Eine höhere Gutschrift in einer schwachen Währung kann weniger wert sein als eine niedrigere in einer starken, wie was Punkte wirklich wert sind zeigt.
Rechenbeispiel: zwei Karten, dieselben Ausgaben#
Gerechnet wird mit regelmäßigen Ausgaben in einer Kategorie. Eine Karte gibt viel mit Grenze, die andere weniger ohne Grenze.
| Hohe Gutschrift mit Grenze | Mittlere Gutschrift ohne Grenze | |
|---|---|---|
| Gutschrift bis zur Grenze | hoch | mittel |
| Gutschrift darüber | Grundgutschrift | unverändert mittel |
| Planungsaufwand | Grenze beobachten | keiner |
| Passend für | begrenzte Ausgaben | große Ausgaben |
| Jahresertrag bei hohem Volumen | niedriger | höher |
Hier steckt der häufigste Irrtum bei Kartenvergleichen. Die beworbene Zahl gilt nur bis zur Grenze, darüber entscheidet die Grundgutschrift, und bei hohem Volumen fährt die kleinere Zahl ohne Grenze besser. In keiner Anzeige steht das. Auch der Planungsaufwand ist ein Preis: Eine Grenze verlangt Beobachtung, und Beobachtung kostet Zeit.
Bis zur Grenze liegt die erste Karte vorn. Ab der Grenze holt die zweite mit jeder weiteren Zahlung auf, weil sie dort weiter mittel gutschreibt und die erste nur noch die Grundgutschrift. Irgendwo dahinter liegt der Umsatz, bei dem beide gleichauf liegen, und dieser Punkt hängt allein an drei Zahlen aus den Bedingungen: Gutschrift, Grenze und Grundgutschrift. Liegt der eigene Umsatz deutlich darunter, gewinnt die Karte mit Grenze, liegt er deutlich darüber, die ohne.
Mit einem Haushalt vor Augen wird die Grenze anschaulich. Eine Karte mit hoher Gutschrift auf Lebensmittel und einer Quartalsgrenze deckt bei einem Einpersonenhaushalt den gesamten Einkauf ab und bei einer Familie nur einen Teil davon. Für die Familie ist deshalb die Karte mit der niedrigeren, aber unbegrenzten Gutschrift die bessere. Dieselbe Karte ist für zwei Haushalte unterschiedlich gut, und die Werbung kann diesen Unterschied nicht abbilden.
Bei Zahlungen im Ausland gilt die Kategorie genauso. Die Fremdwährungsgebühr kommt aber hinzu und kann den Vorteil aufzehren.
Was regelmäßig nicht zählt#
Bestimmte Zahlungen fallen fast überall heraus:
- Bargeld und bargeldnahe Vorgänge. Abhebungen, Überweisungen und der Kauf von Zahlungsmitteln zählen nicht, unabhängig vom Händler.
- Gebühren. Jahresgebühren, Zinsen und Entgelte der Bank selbst sind ausgenommen.
- Zahlungen über Vermittler. Sie tragen den Code des Vermittlers, und der liegt meist außerhalb der Kategorie.
- Zurückgegebene Käufe. Bei einer Erstattung wird die Gutschrift anteilig zurückgebucht, auch wenn sie längst sichtbar war.
Bei Reisen sind viele Kategorien eng gefasst. Fluggesellschaften und Hotels zählen fast immer, Vermittler und Nebenleistungen häufig nicht.
Ob eine Ausgabe in die Kategorie fällt, zeigt vorab eine kleine Testzahlung. Der Weg dafür steht in was tun, wenn Punkte fehlen. Abonnements lohnen diese Prüfung besonders: Sie laufen monatlich, tragen immer denselben Code, und eine einmalige Zuordnung wirkt dort über Jahre.
Wann sich die Optimierung nicht lohnt#
In diesen Fällen ist der Aufwand größer als der Ertrag:
- Bei kleinen Ausgaben in der Kategorie. Der Unterschied ist dann kleiner als die investierte Aufmerksamkeit.
- Bei rotierenden Kategorien ohne Anmeldung. Ohne Termin im Kalender bleibt die Kategorie ungenutzt.
- Wenn dafür teurer gekauft wird. Ein höherer Preis schlägt jede Kategorie.
- Wenn mehrere Karten verwaltet werden müssen. Ab einer gewissen Zahl von Karten kostet die Verwaltung mehr Aufmerksamkeit, als die Differenz einbringt, und hier liegt die eigentliche Grenze des ganzen Themas.
- Wenn die Karte zuerst kommt und die Ausgaben danach. Wer erst die Karte wählt und dann Ausgaben sucht, dreht die Logik um und kauft Dinge für eine Gutschrift.
Portale sind ein eigenes Thema. Eine Portalgutschrift kommt zusätzlich zur Kategorie und ist von ihr unabhängig, wie wie Cashback-Portale funktionieren beschreibt.
Zwei Kartentypen ersparen einen Teil der Arbeit. Bei Karten mit wählbarer Kategorie legt der Inhaber selbst fest, welcher Block begünstigt wird, und diese Wahl gehört einmal im Jahr überprüft. Karten, deren Kategorie an einen Händler gebunden ist, sind eng, dafür eindeutig: Der Händler steht namentlich in den Bedingungen, und jede Prüfung des Codes entfällt.
Wie sich Kategorien sinnvoll nutzen lassen#
Die Zuordnung kostet einmal eine halbe Stunde und läuft in drei Schritten.
Zuerst werden die eigenen großen Ausgabenblöcke aufgeschrieben. Meist sind es drei bis fünf, und sie machen den größten Teil des Jahresumsatzes aus. Danach wird geprüft, welche Karte für welchen Block die beste Gutschrift bietet, einschließlich Grenze. Zuletzt wird die Zuordnung notiert, eine Zeile je Block, damit an der Kasse nicht überlegt werden muss.
Danach braucht es keine Optimierung mehr. Die Zuordnung bleibt über Jahre stabil, solange sich die Karten nicht ändern, und der Aufwand fällt auf null, weil die Entscheidung an der Kasse schon getroffen ist. Ändert ein Anbieter eine Kategorie, wird nur der betroffene Block neu zugeordnet, nicht die ganze Liste.
In gemeinsamen Haushalten lassen sich die Blöcke aufteilen. Beide zahlen dann jeweils mit der Karte, die für ihren Block die bessere Gutschrift bietet. Mobile Zahlungen tragen den Code des Händlers weiter, und eine Kategorie gilt deshalb unabhängig davon, ob mit Karte oder Telefon gezahlt wurde.
Am einfachsten trifft man die Kategorie im Alltag, wenn die Karte physisch dort liegt, wo sie gebraucht wird. Eine Karte im Fahrzeug für Tankstellen und eine im Portemonnaie für den Lebensmitteleinkauf erledigen die Zuordnung ohne jede Überlegung an der Kasse.
Was rotierende Kategorien verlangen#
Rotierende Kategorien sind der aufwendigste Teil dieses Themas. Sie verlangen Anmeldung, Beobachtung und Planung. Ihr Vorteil liegt in der Höhe, denn für einzelne Quartale sind die Gutschriften deutlich größer als bei festen Kategorien. Ihr Nachteil liegt in der Unplanbarkeit: Ohne passende Ausgaben im richtigen Quartal gibt es nichts, und die Grenze verfällt. Ideal ist ein Quartal, in dem ohnehin ein größerer Einzelkauf in genau die rotierende Kategorie fällt; dann bringt sie viel für einen Termin im Kalender.
Für die meisten Haushalte sind sie deshalb eine Ergänzung und keine Grundlage. Die Grundlage sind feste Kategorien, die zu wiederkehrenden Ausgaben passen, auf Reisen vor allem feste Kategorien für Reisen und Gastronomie. Sie treffen Ausgaben, die ohnehin anfallen, und sie sind selten befristet.
Die Mischung bleibt einfach: feste Kategorien für den Alltag, rotierende für größere Einzelkäufe, und alles andere auf die Karte mit der besten Grundgutschrift. Meist reichen dafür zwei Karten, eine für die größten Blöcke und eine für den Rest, und damit ist der überwiegende Teil des möglichen Ertrags eingesammelt. Alles unterhalb der drei größten Blöcke verändert den Jahresertrag kaum, egal wie gut die Gutschrift dort aussieht, und der Ertrag der letzten Kategorie ist fast immer kleiner als der Aufwand, sie zu pflegen. Feinarbeit darüber hinaus lohnt sich nur für Haushalte mit sehr hohen Umsätzen.
Die häufigsten Fehler#
- Nach dem Namen der Kategorie kaufen. Über die Gutschrift entscheidet der Händlercode, und der steht nicht auf dem Etikett.
- Die Obergrenze übersehen. Ohne Grenze ist kein Kartenvergleich vollständig.
- Die Grundgutschrift ignorieren. Sie gilt für den größeren Teil des Umsatzes und entscheidet am Ende oft mehr als jede Kategorie.
- Die Anmeldung vergessen. Ein Termin je Quartal im Kalender kostet zwei Minuten.
- Über Vermittler kaufen. Soll die Kategorie zählen, wird direkt beim Händler gekauft.
- Ausgaben für die Gutschrift erzeugen. Die Karte folgt den Ausgaben, nicht umgekehrt.
- Zu viele Karten verwalten. Drei bis fünf Blöcke abzudecken genügt, danach lohnt es sich aufzuhören.
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Häufige Fragen
Was ist eine Bonuskategorie?
Warum zählt mein Einkauf nicht?
Gibt es Obergrenzen?
Was sind rotierende Kategorien?
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Wie finde ich die Liste der Codes?
Lohnt sich eine Karte nur wegen einer Kategorie?
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Kann ich mehrere Kategorien kombinieren?
Wie prüfe ich, ob es funktioniert hat?
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- Lohnt sich das bei unseren Ausgaben?
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