Lohnt sich eine Loungemitgliedschaft wie der Priority Pass?
Wie eine Loungemitgliedschaft aufgebaut ist, warum die einzelne Lounge über den Zutritt entscheidet, welche Formen es gibt und wann sich die Mitgliedschaft nicht rechnet.
Auf einen Blick#
| Merkmal | Mitgliedschaft | Eigener Status |
|---|---|---|
| Grundlage | Vertrag mit einem Netzwerk | Stufe im Vielfliegerprogramm |
| Reichweite | viele Flughäfen, fremde Lounges | eigenes Netz und Allianz |
| Platzgarantie | keine | keine |
| Gästeregel | des Betreibers | des Betreibers |
| Kosten | Jahrespreis oder je Besuch | keine zusätzlichen |
| Typische Quelle | Kreditkarte oder Direktkauf | Flugtätigkeit |
Was eine Mitgliedschaft ist#
Ein Netzwerk wie der Priority Pass schließt Verträge mit Lounges an vielen Flughäfen. Mitglieder erhalten dadurch einen anerkannten Zugangsweg, und das Netzwerk zahlt dem Betreiber je Besuch. Betrieben werden die Lounges weiterhin von Fluggesellschaften, Flughäfen oder Dienstleistern, denn das Netzwerk besitzt keine Lounge und betreibt keine.
Über den Zutritt entscheidet deshalb immer der Betreiber, und die Mitgliedschaft ist nur einer von mehreren Wegen, wie wer darf in die Lounge beschreibt. Für Reisende ist sie eine Möglichkeit und keine Zusage: Sie erhöht die Zahl der Türen, hinter denen ein Platz frei sein könnte.
Netzwerke werben mit einer großen Liste, und die Liste enthält jede angeschlossene Lounge weltweit. Für einen einzelnen Reisenden zählt davon nur, was an den eigenen Flughäfen liegt, im richtigen Terminalbereich und zu den eigenen Abflugzeiten geöffnet. Das sind selten mehr als eine Handvoll.
Bewertet wird die Mitgliedschaft deshalb über die eigenen Flughäfen und nicht über die Gesamtzahl, und der Unterschied zwischen beiden Zahlen ist erheblich.
Die Formen#
Drei Formen sind im Umlauf, und sie unterscheiden sich allein in der Zahl der enthaltenen Besuche.
Unbegrenzte Besuche#
Die teuerste Form erlaubt beliebig viele Besuche. Sie lohnt sich ab einer zweistelligen Zahl von Besuchen im Jahr, und wie viele Besuche es im eigenen Alltag sind, zeigt am verlässlichsten eine Zählung über ein Jahr. Gäste sind meist ausgenommen und kosten extra, und bei regelmäßigen Reisen zu zweit gehört dieser Aufpreis in den Jahrespreis.
Unbegrenzte Mitgliedschaften liegen häufig teuren Kreditkarten bei. Dann ist sie Bestandteil der Jahresgebühr statt eines eigenen Kaufs, wie wie sich eine Jahresgebühr rechnet zeigt.
Für Vielflieger mit Status ist die Mitgliedschaft häufig überflüssig. Mit Zugang über die Allianzstufe zahlt man doppelt, wie wie Status bei Partnern wirkt beschreibt, und gebraucht wird die Mitgliedschaft dann nur für Flughäfen und Fluggesellschaften außerhalb dieses Rahmens. Das reduziert die Zahl der nutzbaren Besuche noch einmal deutlich.
Kontingent an Besuchen#
Die mittlere Form enthält eine feste Zahl an Besuchen, darüber hinaus wird je Besuch gezahlt. Für Reisende mit wenigen Flügen ist das die passende Variante. Sie deckt den tatsächlichen Bedarf und vermeidet ein Abonnement für Besuche, die nie stattfinden.
Gäste verbrauchen dabei eigene Einheiten. Zwei Personen bedeuten zwei Besuche, und das halbiert das Kontingent: Was für eine Person ein ganzes Jahr reicht, ist zu zweit nach der Hälfte der gemeinsamen Reisen aufgebraucht.
Kontingente verfallen am Ende des Jahres, ungenutzte Besuche sind dann weg, und eine Übertragung ins Folgejahr ist die Ausnahme. Bei Unsicherheit zwischen zwei Formen ist die kleinere der bessere Anfang. Ein Kontingent lässt sich im Folgejahr aufstocken, ein zu großer Vertrag nicht rückwirkend verkleinern.
Manche Netzwerke buchen den Besuch erst Wochen später ab. Bei knapper Kalkulation geht dadurch leicht der Überblick über das Kontingent verloren.
Rabatt auf den Einzelzutritt#
Die günstigste Form gewährt nur einen Nachlass auf den Zutritt. Sie ist für seltene Reisende gedacht und selten der bessere Weg, denn rechnerisch lohnt sie sich nur, wenn der Rabatt deutlich ist und mehrere Besuche im Jahr anfallen. Sonst ist der Einzelkauf ohne Mitgliedschaft günstiger, denn ein Rabatt auf einen Preis, den man nur ein- oder zweimal im Jahr zahlt, bleibt ein kleiner Betrag.
Ein Vergleich mit dem Preis an der Tür gehört zu jeder Entscheidung. Der Preis im Voraus liegt meist unter dem am Empfang.
Auch die Restaurantgutschrift gehört in die Rechnung. Wo sie gilt, ersetzt sie einen Besuch und liefert einen festen Gegenwert, unabhängig von der Auslastung der Lounge.
Rechenbeispiel: drei Reisende, eine Mitgliedschaft#
Angenommen, drei Personen halten dieselbe Mitgliedschaft mit unbegrenzten Besuchen. Sie reisen unterschiedlich häufig.
| Vier Besuche im Jahr | Zwölf Besuche | Zwanzig Besuche | |
|---|---|---|---|
| Wert je Besuch | hoch nötig | mittel | niedrig |
| Vergleich zum Einzelkauf | Einzelkauf günstiger | etwa gleich | Mitgliedschaft günstiger |
| Gäste | erhöhen die Kosten | erhöhen die Kosten | erhöhen die Kosten |
| Empfehlung | Kontingent oder Einzelkauf | prüfen | Mitgliedschaft |
Die Entscheidung hängt allein an der Zahl der Besuche, alles andere ist Ausstattung, so schön sie auch beworben wird. Maßstab ist der Preis, den ein Einzelzutritt an denselben Flughäfen gekostet hätte.
Am häufigsten übersehen werden die Gäste. Zwei Reisende brauchen zwei Zugänge, und viele Mitgliedschaften enthalten nur einen. Für Familien lohnt deshalb der Blick auf die Alternativen, denn vier im Voraus gekaufte Einzelzutritte sind häufig günstiger als eine Mitgliedschaft mit drei Gastgebühren.
Ein Beispiel ohne Preise zeigt die Rechnung. Vier Flüge im Jahr, davon zweimal genug Zeit für einen Besuch, ergeben zwei Zutritte, und zwei Zutritte tragen keine Mitgliedschaft mit unbegrenzten Besuchen. Dieselbe Person kauft die beiden Besuche im Voraus günstiger ein. Die Mitgliedschaft lohnt sich erst, wenn die Zahl der genutzten Besuche deutlich steigt.
Bei zwölf Besuchen liegen Mitgliedschaft und Einzelkauf etwa gleichauf, und dann entscheiden die Nebenpunkte. Reist regelmäßig eine Begleitung mit, kippt die Rechnung wegen der Gastgebühren zum Einzelkauf. Liegt die Mitgliedschaft einer Karte bei, die ohnehin gehalten wird, kippt sie in die andere Richtung. Bei zwanzig Besuchen ist die Mitgliedschaft günstiger, allerdings nur, solange die Lounges an den eigenen Flughäfen auch wirklich angeschlossen sind.
Bei häufigen Umsteigeverbindungen dreht sich die Rechnung. Mehrere Stunden zwischen zwei Flügen, regelmäßig verbracht, bringen Besuche, die auch stattfinden, und so wird die Zahl erreicht, ab der sich die Mitgliedschaft trägt.
Was die Mitgliedschaft nicht leistet#
Drei Dinge bleiben außerhalb.
Der Platz. Bei voller Lounge wird auch ein Mitglied abgewiesen, und zwar früher als Passagiere, für die die Lounge betrieben wird.
Die eigene Airline-Lounge. Lounges von Fluggesellschaften sind häufig ausgenommen, besonders an deren Heimatflughafen.
Die Gästeregel. Sie gehört dem Betreiber, und die Mitgliedschaft ändert daran nichts.
Auch die Liste selbst ist keine feste Größe. Netzwerke nehmen Lounges auf und entfernen sie, und gerade beliebte Lounges verschwinden gelegentlich, wenn ihr Betreiber die Auslastung nicht mehr tragen will. Eine Lounge, die im Vorjahr angeschlossen war, kann es heute nicht mehr sein. Die Liste ist ein Versprechen über Möglichkeiten, keine Zusage über Zutritt, und sie wird vor jeder Reise geprüft statt einmal im Jahr.
Eine angeschlossene Lounge, die bei einem frühen Abflug geschlossen ist, steht zwar auf der Liste, nützt aber nichts. Die Mitgliedschaft ist außerdem an eine Person gebunden, und die Weitergabe an Familienmitglieder ist ausgeschlossen.
Wann sich die Mitgliedschaft nicht lohnt#
In diesen Fällen rechnet sie sich nicht:
- Bei wenigen Reisen im Jahr. Der Jahrespreis übersteigt den Wert der Besuche.
- An Flughäfen ohne angeschlossene Lounge. Dort nützt die Mitgliedschaft nichts.
- Bei Reisen zu zweit. Gäste kosten extra und verdoppeln den Bedarf.
- Bei kurzen Umsteigezeiten. Ohne Zeit für einen Besuch zahlt man für eine ungenutzte Möglichkeit.
- Bei Reisen ohne Umsteigen. Direkt geflogen und pünktlich am Flughafen bleibt selten genug Zeit für einen Besuch, der den Preis rechtfertigt.
- An Flughäfen mit nur einer Lounge. Dort ist die Auslastung zu Stoßzeiten hoch, und die Mitgliedschaft ist der erste Zugangsweg, der geschlossen wird.
Bei einer Karte, die vor allem wegen der beiliegenden Mitgliedschaft gehalten wird, stehen die Besuche gegen die Jahresgebühr der Karte und nicht gegen den Listenpreis der Mitgliedschaft.
Auch die Tageszeit spielt hinein. Lounges sind am Morgen und am frühen Abend am vollsten, und bei einem Abflug am Mittag findet sich häufiger Platz als zur Hauptzeit.
Die Mitgliedschaft ist damit ein Werkzeug für Menschen mit langen Umsteigezeiten. Für alle anderen ist sie ein Abonnement für eine Annehmlichkeit, die selten anfällt. Bei Unsicherheit hilft ein Jahr ohne Mitgliedschaft, in dem man zählt, wie oft man eine Lounge wirklich betreten hätte. Diese eigene Zahl bildet das eigene Reiseverhalten ab und beantwortet die Frage besser als jede Übersicht oder Werbung.
Ein Jahr mitzählen#
Die eigene Zahl entsteht am einfachsten nebenbei, mit einer Notiz je Abflug. Vier Fragen reichen, und jede lässt sich direkt am Flughafen beantworten.
- Gab es eine angeschlossene Lounge im richtigen Terminalbereich? Eine Lounge auf der anderen Seite der Sicherheitskontrolle zählt nicht.
- War sie zur Abflugzeit geöffnet? Frühe Abflüge fallen hier häufig heraus.
- War genug Zeit für einen Besuch? Ein Besuch, der nur aus dem Weg hinein und wieder hinaus besteht, gehört nicht in die Zählung.
- Wie viele Personen wären hineingegangen? Jede Begleitung ist ein eigener Besuch oder eine eigene Gastgebühr.
Nach zwölf Monaten steht eine Zahl da, die sich direkt gegen den Jahrespreis und gegen den Preis der Einzelzutritte im Voraus stellen lässt.
Was vor der Reise zu prüfen ist#
Drei Angaben entscheiden über den Zutritt, und alle drei stehen in der App des Netzwerks.
Erstens die Lounge im richtigen Terminalbereich, denn nach der Sicherheitskontrolle lässt sich der Bereich meist nicht mehr wechseln. Zweitens das Zeitfenster, weil viele Lounges erst wenige Stunden vor dem Abflug hinein lassen. Drittens die Gästeregel samt Aufpreis. Sie entscheidet, ob eine Begleitung mitkommt oder draußen wartet.
Mit diesen drei Angaben steht man selten vor einer verschlossenen Tür. Der Rest ist Auslastung, und die lässt sich nicht planen. Die Prüfung dauert etwa zwei Minuten je Reise und entscheidet darüber, ob die Mitgliedschaft im Alltag wirkt oder nur auf dem Papier existiert.
Bei einer Mitgliedschaft über eine Karte kommt die Aktivierung hinzu. Sie ist bei vielen Karten ein eigener Schritt, und ohne ihn liegt die Mitgliedschaft ungenutzt im Konto.
Manche Lounges verlangen neben der Mitgliedschaft eine Bordkarte für einen Abflug am selben Tag. Ohne sie ist der Zutritt auch mit gültiger Mitgliedschaft nicht möglich.
Was bei einer Abweisung gilt#
Eine Abweisung ist bei Mitgliedschaften der Normalfall und kein Fehler. Sie trifft Mitglieder früher als Statusgäste, weil die Reihenfolge bei Auslastung feststeht.
Erstattet wird nur, was im Voraus gekauft wurde. Ein Besuch aus der Mitgliedschaft heraus wird nicht ersetzt, weil kein Platz zugesichert war. Wo ein Netzwerk eine Reservierung anbietet, ist sie meist als Erstattung rückholbar, und sie beseitigt zugleich das Risiko einer vollen Lounge.
Was in diesem Moment wirklich hilft, steht in was tun, wenn die Lounge abweist. Der zweite Versuch nach einer halben Stunde ist dabei der wirksamste Schritt.
Ein Bildschirmfoto der Loungeseite mit Öffnungszeiten und Zugangswegen hilft am Empfang mehr als jede Diskussion. Es zeigt in Sekunden, was die Lounge selbst über ihren Zugang sagt, und funktioniert auch ohne Netz.
Die häufigsten Fehler#
- Die Mitgliedschaft für eine Platzgarantie halten. Über den Zutritt entscheidet der Betreiber, und bei Auslastung trifft es Mitglieder zuerst.
- Die Liste nicht prüfen. Vor jeder Reise gehört der Terminalbereich nachgesehen, denn die Liste ändert sich laufend.
- Gäste einplanen. Regel und Aufpreis des Betreibers stehen vorher fest und gehören gelesen.
- Nach Listenpreis rechnen. Gezählt werden die tatsächlich genutzten Besuche.
- Bei Auslastung diskutieren. Ein zweiter Versuch später oder eine andere Lounge bringt mehr.
- Die eigene Airline-Lounge erwarten. Gerade am Heimatflughafen einer Fluggesellschaft ist sie häufig ausgenommen.
Verwandte Themen#
Häufige Fragen
Was ist eine Loungemitgliedschaft?
Garantiert die Mitgliedschaft einen Platz?
Welche Formen gibt es?
Zählen Gäste?
Wie rechnet sich das?
Gilt die Mitgliedschaft in jeder Lounge?
Was ist mit Restaurantgutschriften?
Kann ich mit der Mitgliedschaft in Abfluglounges meiner Airline?
Gilt sie auch bei Ankunft?
Was passiert bei einer Abweisung?
Lohnt sich die Mitgliedschaft ohne Karte?
Wie zeige ich die Mitgliedschaft?
Quellen und Einordnung
Welche Flüge stecken wirklich in Ihren Ausgaben?
Im freien Strategiegespräch rechnen wir Ihre Ausgaben auf Ihre tatsächlichen Strecken und Reisezeiten herunter. Erst einmal die Zahl sehen? Der Rechner zeigt sie in etwa 30 Sekunden.
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Das klären wir im Gespräch
- Welche Airline-Programme passen zu unseren Strecken?
- Wie viele Flüge sind bei unseren Ausgaben realistisch?
- Was kosten Steuern und Gebühren bei Prämienflügen?

