Punkte und Meilen · Kauf · 11 Minuten

Wann lohnt es sich, Meilen oder Punkte zu kaufen?

Warum der Kaufpreis nur die halbe Rechnung ist, welche drei Bedingungen erfüllt sein müssen, wie sich der Vergleich mit dem Barpreis führen lässt und welche Risiken bleiben.

Florian HartlGründer von Benefit Systems
Eine Hand legt eine schlichte dunkle Karte neben eine kleine messingfarbene Balkenwaage auf einer dunklen Holzoberfläche.Symbolbild, KI-generiert
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Kurze AntwortDer Kauf von Punkten lohnt sich nur, wenn eine bestimmte Buchung bereits gefunden ist, der Kaufpreis unter dem Barpreis dieser Buchung liegt und der fehlende Rest klein ist. Ohne gefundene Verfügbarkeit ist ein Kauf eine Wette auf eine Einlösung, die vielleicht nie stattfindet.

Auf einen Blick#

Voraussetzung Erfüllt Nicht erfüllt
Prämienplatz gefunden Kauf sinnvoll prüfbar Kauf ist eine Wette
Nur kleiner Rest fehlt Preis bleibt überschaubar Grenze des Programms droht
Kaufpreis unter Barpreis echter Vorteil teurer als bar buchen
Steuern und Gebühren niedrig Vorteil bleibt bestehen Vorteil schmilzt
Verfügbarkeit stabil Kauf ohne Zeitdruck Risiko während des Kaufs

Warum der Kaufpreis nur die halbe Rechnung ist#

Programme verkaufen Punkte zu einem festen Preis je Einheit. Diese Zahl steht im Angebot und wirkt wie der ganze Vergleich. Verglichen wird aber etwas anderes, nämlich was die Reise mit gekauften Punkten kostet und was dieselbe Reise bar kostet. In die erste Größe gehören der Kaufpreis der fehlenden Punkte und die Steuern und Gebühren der Prämienbuchung, in die zweite der Preis desselben Fluges oder derselben Nacht. Erst diese beiden Summen lassen sich vergleichen. Alles andere vergleicht einen Preis je Einheit mit einem Gefühl.

Ein Angebot nennt zum Beispiel einen günstig wirkenden Preis je Punkt, und für die gewünschte Prämie fehlen nur wenige tausend Punkte. Ob das ein gutes Geschäft ist, zeigt erst die Summe aus diesem Kaufpreis und den Steuern der Prämienbuchung, gestellt neben den Preis, den dieselbe Reise bar kostet.

Der Kaufpreis ist außerdem sofort fällig, der Nutzen entsteht erst mit der Reise, und dazwischen liegt jedes Risiko, das ein Guthaben tragen kann. Abwertung, Verfall und geänderte Pläne treffen gekaufte Punkte genauso wie gesammelte.

Der Abstand zwischen Kauf und Einlösung gehört deshalb so klein wie möglich. Im Idealfall liegt er bei Minuten: Der Kauf erfolgt, nachdem der Prämienplatz gefunden wurde, und die Buchung folgt unmittelbar danach.

Die drei Bedingungen#

Drei Bedingungen müssen zusammenkommen, und sie wirken nur gemeinsam. Fehlt eine, ist der Kauf in aller Regel das teurere Geschäft.

Die Buchung ist gefunden#

Ein Kauf ohne gefundene Verfügbarkeit ist eine Wette. Der Preis steht fest, die Einlösung nicht. Wie Verfügbarkeit überhaupt entsteht, beschreibt wie Prämienverfügbarkeit entsteht. Sie folgt der Freigabe durch die Fluggesellschaft und nicht dem eigenen Bedarf, und sinnvoll ist deshalb nur eine Reihenfolge: erst suchen, dann rechnen, dann kaufen, dann sofort buchen.

Ein Kauf auf Verdacht hat außerdem einen psychologischen Nebeneffekt. Ist das Geld erst ausgegeben, wächst der Drang, die Einlösung zu erzwingen, und das führt zu schlechten Buchungen: zu Terminen, die nicht passen, und zu Strecken, die man sonst nicht gewählt hätte.

Es fehlt nur ein kleiner Rest#

Der Kauf lohnt sich vor allem dann, wenn der eigene Bestand fast reicht. Dann ist die gekaufte Menge klein und der Preis überschaubar.

Für den gesamten Bedarf stößt man zusätzlich an die Obergrenze des Programms, denn viele Programme begrenzen den Kauf je Jahr und Konto. Diese Grenze steht in den Kaufbedingungen und entscheidet darüber, ob eine geplante Buchung mit gekauften Punkten überhaupt erreichbar ist. Bei mehreren Reisenden verschärft sich die Lage: Vier Tickets bedeuten den vierfachen Bedarf, und die Obergrenze je Konto wird schnell zum Engpass. Manche Programme erlauben den Kauf zugunsten eines anderen Kontos, und wo das möglich ist, lässt sich die Grenze innerhalb einer Familie besser ausnutzen.

Bei regelmäßig derselben Strecke ist der Bedarf ohnehin bekannt, und der Kauf lässt sich schon vorbereiten, während die Suche nach dem Prämienplatz noch läuft.

Bei Prämienbuchungen mit Partnerfluggesellschaften lohnt der Vergleich doppelt. Dieselbe Strecke kostet in zwei Programmen unterschiedlich viele Punkte, und der Kauf lohnt sich möglicherweise nur in einem von beiden.

Der Kaufpreis liegt unter dem Barpreis#

Die dritte Bedingung ist die eigentliche Rechnung, und sie fällt je nach Strecke und Kabine völlig unterschiedlich aus. Bei günstigen Flügen in der Economy liegt der Kaufpreis fast immer über dem Barpreis. Bei teuren Flügen in einer Premiumkabine kann es umgekehrt sein, weil Prämienpreise bei Weitem nicht so stark steigen wie Barpreise, sobald eine Kabine teurer wird. Diese Lücke macht den Kauf in Einzelfällen attraktiv.

Wie sich der Wert einer Einlösung genau bestimmen lässt, zeigt was Punkte wirklich wert sind. Der Kauf ist nur die Umkehrung derselben Rechnung. Auch die Gegenrichtung ist erlaubt. Liegt der Kaufpreis über dem Barpreis, wird bar gebucht und der Bestand für eine bessere Gelegenheit behalten, wie Punkte oder bar bezahlen zeigt.

Ein Kauf, der einen ablaufenden Bestand ergänzt, verliert seinen Sinn, wenn beides kurz darauf verfällt.

Rechenbeispiel: zwei Buchungen, eine Methode#

Angenommen, für zwei Reisen fehlt jeweils ein Teil des Bestands. Die eine ist ein günstiger Kurzstreckenflug, die andere eine Langstrecke in einer höheren Kabine.

Kurzstrecke, Economy Langstrecke, Premiumkabine
Barpreis niedrig hoch
Prämienpreis in Punkten niedrig hoch
Kaufpreis der fehlenden Punkte niedrig, aber nah am Barpreis hoch, aber weit unter dem Barpreis
Steuern und Gebühren gering teils erheblich
Ergebnis Barzahlung meist besser Kauf kann sich lohnen

Dieselbe Frage hat zwei Antworten. Über das Ergebnis entscheidet das Verhältnis zwischen Barpreis und Prämienpreis, das Programm spielt dafür keine Rolle.

Bei der Kurzstrecke kostet der fehlende Rest fast so viel wie das Barticket, und dazu kommen noch die Steuern der Prämienbuchung. Am Ende kann die Prämie mehr kosten als der Flug selbst, und verbraucht sind zusätzlich die eigenen Punkte. Bei der Langstrecke ist der Kaufpreis zwar höher, liegt aber weit unter dem Barpreis der Premiumkabine. Erst die Zuschläge entscheiden, ob von diesem Abstand genug übrig bleibt.

Den Kern bildet der Kaufpreis der fehlenden Punkte. Liegt er nahe am Barpreis, ist der gesamte Vorgang überflüssig, weil der Aufwand nicht bezahlt wird. Am häufigsten vergessen werden die Steuern und Gebühren: Hohe Zuschläge können den gesamten Vorteil aufzehren, und sie erscheinen erst im Buchungsschritt.

Aktionen mit Bonuspunkten verändern den Preis je Einheit, am Vergleich mit dem Barpreis ändern sie nichts.

Vor jedem Kauf helfen zwei Fragen: Was kostet die Reise bar, und was kostet sie mit gekauften Punkten, alles eingerechnet? Mit beiden Zahlen nebeneinander braucht es keine weitere Analyse.

Was den Kauf zusätzlich gefährdet#

Vier Dinge machen aus einem rechnerisch guten Kauf ein Verlustgeschäft.

Die Verfügbarkeit verschwindet. Zwischen Kauf und Buchung liegen manchmal Stunden. Lässt sich der Platz nicht halten, bleibt am Ende ein Bestand ohne Einlösung.

Die Obergrenze greift. Darf nur ein Teil der fehlenden Menge gekauft werden, bleibt die Buchung unerreichbar, und der Teilbestand liegt fest.

Der Kauf verzögert sich. Manche Programme schreiben gekaufte Punkte nicht sofort gut. Bei knapper Verfügbarkeit ist das derselbe Fall wie ein langsamer Transfer.

Das Programm wertet ab. Eine Abwertung nach dem Kauf trifft den gekauften Bestand wie jeden anderen, und der Kaufpreis war bereits bezahlt.

Gekauft wird deshalb nur, wenn der Platz gehalten werden kann oder die Buchung sehr schnell folgt. Reservierungen sind, wo es sie gibt, in diesem Ablauf das wichtigste Werkzeug.

Am sichersten ist ein Ablauf ohne Lücke: Platz finden, wenn möglich halten, kaufen, Gutschrift abwarten, buchen. Jeder Schritt, der dazwischen Zeit kostet, gibt dem Platz Gelegenheit zu verschwinden.

Aktionen mit hohem Rabatt kommen mehrmals jährlich, und ohne dringende Buchung lässt sich in Ruhe auf die nächste warten.

Wann sich der Kauf nicht lohnt#

In diesen Fällen lohnt sich der Kauf nicht:

  • Ohne gefundene Buchung. Der Kauf ist dann eine Spekulation auf eine Einlösung.
  • Bei günstigen Flügen. Der Barpreis liegt fast immer unter dem Kaufpreis der nötigen Punkte.
  • Bei hohen Zuschlägen. Steuern und Gebühren machen die Prämienbuchung teuer, obwohl die Punkte billig wirken.
  • Als Dauerstrategie. Regelmäßiges Kaufen kostet dauerhaft mehr als der Wert eines gesammelten Bestands.
  • Nur wegen einer Aktion. Ein Rabatt senkt den Preis, ändert aber nichts an der Verfügbarkeit und nichts am Verhältnis zum Barpreis.
  • Wenn ein Transfer die Lücke günstiger schließt. Mit Bankpunkten gehört dieser Weg vor jeden Kauf geprüft, wie wie übertragbare Punkte funktionieren beschreibt.

Wird der Kauf in einer fremden Währung abgerechnet, kommt ein Umrechnungsaufschlag hinzu, und der gehört ebenfalls in die Rechnung.

Auch die Rückreise gehört dazu. Wird nur der Hinflug als Prämie gebucht und zurück bar gezahlt, stehen zwei unterschiedliche Produkte im Vergleich, und das Ergebnis ist leicht falsch. Verglichen wird deshalb Hin- und Rückflug als Prämie gegen Hin- und Rückflug bar, oder jede Richtung für sich.

Wie ein Kauf richtig abläuft#

Der Ablauf besteht aus fünf Schritten und dauert selten länger als eine halbe Stunde.

  1. Die Prämienbuchung suchen und den genauen Bedarf notieren.
  2. Den eigenen Bestand prüfen, also wie viel im Konto liegt und wie viel fehlt.
  3. Den Kaufpreis der fehlenden Menge ermitteln, einschließlich aller Aufschläge.
  4. Steuern und Gebühren der Prämienbuchung hinzurechnen.
  5. Mit dem Barpreis derselben Buchung vergleichen. Fällt der Vergleich zugunsten des Kaufs aus, wird gekauft und sofort gebucht.

Mit diesem Ablauf fällt die Entscheidung auf vollständigen Zahlen. Die Schritte lassen sich in jeder Reihenfolge prüfen, aber keiner darf fehlen, denn ohne den Vergleich mit dem Barpreis wird ohne Maßstab gekauft, und dann steht ein Preis gegen eine Hoffnung.

Ein Kauf mit Karte hält außerdem den Weg über eine Reklamation offen, falls das Guthaben nicht ankommt, und bei größeren Beträgen ist das die sichere Wahl.

Was der Kauf über ein Programm verrät#

Der Verkaufspreis je Einheit ist eine Aussage des Programms über den eigenen Wert. Er liegt regelmäßig über dem Wert, den eine gute Einlösung erreicht.

Eine nützliche Faustregel ergibt sich daraus. Zahlt man für eine Einlösung mehr als den Verkaufspreis, hat man schlecht eingelöst, und bleibt man deutlich darunter, gut. Der Verkaufspreis ist damit eine Obergrenze für den eigenen Bewertungsmaßstab: Er ersetzt keine Rechnung, zeigt aber, wo die Grenze liegt.

Ein hoher Verkaufspreis sagt deshalb wenig darüber, was die Punkte wert sind. Er sagt, zu welchem Preis das Programm sie abgeben möchte.

Für Hotelprogramme gilt dieselbe Logik mit einer Erleichterung. Der Barpreis einer Nacht ist leicht zu ermitteln, und die Verfügbarkeit ist selten der Engpass.

Ist der Kauf einmal sauber durchgerechnet, erkennt man die Fälle danach in Minuten. Die Rechnung ist immer dieselbe, nur die Zahlen wechseln, und nach zwei oder drei Durchgängen läuft sie fast von selbst.

Der Kauf von Punkten ist damit ein Werkzeug für einen engen Fall: eine gefundene Buchung, ein kleiner fehlender Rest und ein Kaufpreis unter dem Barpreis. Dort ist er nützlich und schnell. In allen anderen Fällen kauft man einen Bestand, dessen Wert erst eine Einlösung beweisen müsste, und diese Einlösung ist nicht gesichert. Die meisten Angebote richten sich an Käufer ohne Buchung, und diese Gruppe zahlt zuverlässig zu viel. Wer wartet, bis alle drei Bedingungen erfüllt sind, kauft selten, dafür mit einem messbaren Vorteil.

Die häufigsten Fehler#

  • Auf Vorrat kaufen. Zuerst wird die Verfügbarkeit gesichert, erst danach gekauft.
  • Nur den Preis je Einheit vergleichen. Die Gesamtsumme der Prämienbuchung steht gegen den Barpreis, nicht der Preis eines einzelnen Punkts.
  • Steuern und Gebühren vergessen. Sie gehören in den Prämienpreis, und bei hohen Zuschlägen entscheiden sie den Vergleich.
  • Die Obergrenze übersehen. Wie viel überhaupt gekauft werden darf, steht vor dem Kauf in den Bedingungen.
  • Einen Rabatt als Kaufgrund nehmen. Ein Rabatt wirkt nur, wenn die Buchung schon steht.
  • Den Kauf als Sammelersatz sehen. Auf Dauer ist Sammeln günstiger als Kaufen.

Verwandte Themen#

Häufige Fragen

Wann lohnt sich der Kauf von Punkten?
Wenn drei Bedingungen zusammentreffen: Die Prämienbuchung ist gefunden, der Kaufpreis der fehlenden Punkte liegt unter dem Barpreis derselben Buchung, und es fehlt nur ein kleiner Teil des Bestands.
Warum ist der Kauf ohne Buchung riskant?
Weil der Kaufpreis sicher ist und die Einlösung nicht. Ohne gefundenen Prämienplatz entsteht ein Bestand, der abwerten, verfallen oder ungenutzt bleiben kann.
Wie vergleiche ich Kaufpreis und Barpreis?
Über dieselbe Buchung. Der Kaufpreis der fehlenden Punkte plus die Steuern und Gebühren der Prämienbuchung werden dem Barpreis desselben Fluges gegenübergestellt.
Sind Aktionen mit Rabatt ein gutes Zeichen?
Sie senken den Preis, ändern aber nichts an der Verfügbarkeit. Ein Rabatt auf einen Bestand, der nicht eingelöst werden kann, ist kein Vorteil.
Gibt es Obergrenzen?
Fast immer. Programme begrenzen die Menge je Jahr und Konto, und diese Grenze entscheidet, ob eine geplante Buchung überhaupt mit gekauften Punkten erreichbar ist.
Kann ich Punkte für jemand anderen kaufen?
Manche Programme erlauben den Kauf zugunsten eines fremden Kontos. Die Bedingungen unterscheiden sich, und teils gelten für geschenkte Punkte eigene Grenzen.
Zählen gekaufte Punkte für den Status?
Nein. Gekaufte Bestände sind Prämienwährung und qualifizieren in den meisten Programmen für keine Statusstufe.
Was ist mit Steuern und Gebühren?
Sie fallen bei der Prämienbuchung zusätzlich an und gehören in die Rechnung. Bei manchen Fluggesellschaften ist dieser Anteil so hoch, dass der Kauf seinen Vorteil verliert.
Ist der Kauf bei Hotelprogrammen sinnvoller?
Häufig ja, weil Zimmer meist verfügbar sind und der Barpreis einer Nacht leicht zu ermitteln ist. Die Rechnung bleibt dieselbe, nur die Verfügbarkeit ist weniger knapp.
Kann ich gekaufte Punkte zurückgeben?
In der Regel nicht. Der Kauf ist endgültig, und eine Erstattung ist in den Bedingungen meist ausgeschlossen.
Wie schnell sind gekaufte Punkte verfügbar?
Oft sofort, manchmal mit Verzögerung. Wer eine knappe Verfügbarkeit sichern will, prüft die Dauer vorher, weil der Platz sonst während des Kaufs verschwindet.
Ist der Kauf eine Alternative zum Sammeln?
Nur punktuell. Als dauerhafte Strategie ist er teuer, weil der Kaufpreis fast immer über dem Wert liegt, den ein gesammelter Bestand erreicht.
Redaktioneller Hinweis Dieser Beitrag ist eine allgemeine Einordnung und keine Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung. Regeln und Produktbedingungen ändern sich. Prüfe vor einem Antrag immer die aktuelle Quelle.
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