Wie buche ich einen Prämienflug bei einer Partner-Airline?
Warum dieselbe Strecke in zwei Programmen unterschiedlich viel kostet, wie sich Partnerplätze finden lassen
Auf einen Blick#
| Frage | Zuständig | Folge |
|---|---|---|
| Preis in Meilen | das buchende Programm | unterschiedlich je Programm |
| Verfügbarkeit | die durchführende Fluggesellschaft | gleich für alle Partner |
| Zuschläge | das buchende Programm | starke Unterschiede |
| Umbuchung und Erstattung | das buchende Programm | eigene Gebühren |
| Sitzplatz und Gepäck | die durchführende Fluggesellschaft | Regeln des Fluges |
| Hilfe bei Störungen | beide, getrennt | längere Wege |
Was eine Partnerprämie ist#
Meilen liegen in einem Programm, der Flug findet bei einer anderen Fluggesellschaft statt. Möglich wird das durch eine Partnerschaft, meist innerhalb einer Allianz. Wie Allianzen dabei aufgebaut sind, beschreibt wie Luftfahrtallianzen funktionieren, und sie sind die häufigste, aber nicht die einzige Grundlage für Partnerbuchungen.
Für den Reisenden bedeutet das zwei Ansprechpartner. Die Buchung gehört dem Programm, der Flug gehört der durchführenden Fluggesellschaft. Aus dieser Trennung ergibt sich fast alles, was an Partnerprämien ungewohnt ist: Preis und Gebühren kommen von der einen Seite, Sitzplatz und Gepäck von der anderen.
Viele gute Einlösungen sind Partnerprämien, und ausgerechnet sie tauchen in den Suchmasken am seltensten auf. Die Suche im eigenen Programm zeigt deshalb nur einen Ausschnitt, der Rest existiert, ist aber ohne Umweg nicht zu finden.
Die wichtigste Fähigkeit in diesem Bereich ist also das Suchen an der richtigen Stelle. Das Buchen selbst ist der leichtere Teil.
Warum der Preis so unterschiedlich ausfällt#
Drei Gründe erklären die Preisunterschiede: die Prämientabelle, die Behandlung der Zuschläge und der Zuschnitt der Regionen.
Die Tabelle des buchenden Programms#
Der Meilenpreis stammt aus der Prämientabelle des Programms, in dem die Meilen liegen. Die durchführende Fluggesellschaft hat darauf keinen Einfluss. So kostet derselbe Sitz je nach Programm unterschiedlich viel, und Unterschiede um den Faktor zwei sind keine Seltenheit.
Mit mehreren Programmen zur Auswahl gehört der Vergleich vor die Buchung. Er dauert Minuten und entscheidet über den Wert der Einlösung, wie was Punkte wirklich wert sind zeigt. Am einfachsten ruft man denselben Flug in zwei Programmen auf, dann stehen beide Preise nebeneinander, und der Unterschied ist meist sofort erkennbar.
Die Zuschläge#
Neben den Meilen fällt eine Zuzahlung an. Manche Programme geben die Zuschläge der durchführenden Fluggesellschaft vollständig weiter, andere gar nicht.
Bei Langstrecken ist der Unterschied erheblich und kippt Entscheidungen. Ein Programm mit höherem Meilenpreis und niedrigen Zuschlägen kann günstiger sein als das Gegenteil, und ohne die Zuzahlung bleibt jeder Vergleich zwischen zwei Programmen unvollständig.
Bei dynamischen Programmen fällt der Vergleich anders aus. Dort folgt der Preis dem Barpreis, und ein festes Tabellenprogramm ist bei teuren Terminen fast immer im Vorteil. Programme mit fester Tabelle sind außerdem berechenbarer: Der Preis steht vor der Suche fest, und offen ist nur noch die Verfügbarkeit.
Die Regionen der Tabelle#
Prämientabellen teilen die Welt in Regionen. Wo die Grenze verläuft, entscheidet über den Preis, und die Grenzen unterscheiden sich zwischen Programmen. Eine Strecke kann im einen Programm innerhalb einer Region liegen und im anderen zwei Regionen verbinden, und der Unterschied kostet Meilen, ohne dass sich am Flug etwas ändert.
Bei Umsteigeverbindungen wird es noch feiner. Manche Programme berechnen nach dem Endziel, andere nach jedem Abschnitt, und so kosten zwei Abschnitte auf einem Ticket in manchen Programmen weniger als zwei Einzelstrecken, in anderen genau gleich viel.
Auch bei der Kabine gehen die Programme auseinander. Manche verlangen für die Premiumkabine einen deutlich höheren Aufschlag als andere, obwohl es dieselbe Kabine im selben Flug ist. Bei Zwischenstopps erlauben manche Programme einen längeren Aufenthalt unterwegs ohne Aufpreis, andere berechnen dafür eine zweite Strecke, und das verändert den Wert einer Einlösung erheblich.
Wie sich Partnerplätze finden lassen#
Die Verfügbarkeit stammt von der durchführenden Fluggesellschaft und ist für alle Partner grundsätzlich gleich. Angezeigt wird sie aber unterschiedlich.
Manche Programme zeigen Partnerflüge in ihrer Suche, andere nicht. Für eine Buchung in einem Programm ohne Anzeige sucht man in der Suche eines anderen Partners und bucht dann telefonisch. Solche Umwege sind der Grund, warum Partnerprämien als kompliziert gelten, denn der Engpass liegt bei der Suche und nicht bei der Buchung.
Wie Verfügbarkeit überhaupt entsteht, beschreibt wie Prämienverfügbarkeit entsteht. Partnerkontingente sind dabei häufig knapper als die eigenen.
Hilfreich sind Suchmasken, die mehrere Partner gleichzeitig abfragen. Sie ersetzen die eigene Recherche nicht, zeigen aber schnell, wo überhaupt etwas frei ist.
Auch die Zeit spielt eine Rolle. Partnerkontingente erscheinen oft früh und verschwinden früh, während eigene Kontingente kurz vor Abflug noch einmal geöffnet werden. Freigegeben werden sie in Wellen und in kleineren Mengen, weshalb sie sich von Tag zu Tag stärker unterscheiden als eigene. Benachbarte Termine gehören deshalb in jede Suche, und eine Suche, die heute nichts zeigt, kann in einer Woche zwei Plätze ausweisen. Für eine bestimmte Verbindung sucht man besser mehrfach als einmal.
Rechenbeispiel: dieselbe Strecke, zwei Programme#
Angenommen, derselbe Flug lässt sich über zwei Programme buchen. Der Sitz ist identisch, die Bedingungen sind es nicht.
| Programm A | Programm B | |
|---|---|---|
| Preis in Meilen | niedriger | höher |
| Zuschläge | hoch | niedrig |
| Buchungsweg | online | telefonisch mit Gebühr |
| Umbuchungsgebühr | hoch | moderat |
| Anzeige der Verfügbarkeit | vollständig | nur teilweise |
| Ergebnis | hängt von der Zuzahlung ab | oft besser bei Langstrecken |
Kein Programm ist überall besser, und die Unterschiede sind größer als zwischen zwei Tarifen derselben Fluggesellschaft.
Bei Langstrecken entscheiden die Zuschläge am häufigsten. Hohe Zuschläge können den Vorteil eines niedrigen Meilenpreises vollständig aufheben. Dieselbe Langstrecke in der Premiumkabine kann im einen Programm deutlich weniger Meilen kosten und trotzdem teurer sein, weil die Zuschläge dort in voller Höhe weitergegeben werden. Mit beiden Zahlen nebeneinander sieht man das sofort, mit dem Blick nur auf die Meilen bucht man die vermeintlich günstigere Variante und zahlt am Ende mehr.
Gern übersehen wird die Umbuchungsgebühr. Ist eine Änderung wahrscheinlich, gehört sie in den Vergleich, denn sie fällt im buchenden Programm an.
Der praktische Engpass ist die Anzeige der Verfügbarkeit. Ein Platz, der nicht angezeigt wird, ist für die meisten Reisenden nicht vorhanden, obwohl es ihn gibt.
Für den eigenen Vergleich reichen sechs Angaben je Programm, untereinander geschrieben:
- Meilenpreis für genau diesen Flug in genau dieser Kabine.
- Zuzahlung, also alle Zuschläge, Steuern und Gebühren, die zusätzlich abgebucht werden.
- Buchungsweg, online oder telefonisch, und eine Gebühr für die telefonische Buchung.
- Umbuchungs- und Erstattungsgebühr, falls eine Änderung absehbar ist.
- Regionen und Zwischenstopps, also ob die Strecke eine Regionsgrenze überschreitet und ob ein Aufenthalt unterwegs eine zweite Strecke kostet.
- Erreichbarkeit, also ob der eigene Bestand dort schon liegt oder erst übertragen werden muss.
Erst wenn alle sechs Zeilen für beide Programme ausgefüllt sind, ist der Vergleich vollständig.
Die typischen Hürden#
Vier Dinge machen Partnerbuchungen aufwendiger als eigene Prämienflüge.
Die Anzeige. Nicht jedes Programm zeigt, was buchbar ist. Eine Verfügbarkeit ohne Anzeige ist für Laien praktisch unsichtbar.
Der Buchungsweg. Wo telefonisch gebucht werden muss, kommen Wartezeit und teils eine Gebühr hinzu.
Die Technik. Komplexe Verbindungen mit mehreren Partnern lassen sich online oft gar nicht abbilden, und am Telefon dauert die Eingabe entsprechend lange.
Die Zuständigkeit. Bei Störungen verweist die eine Seite auf die andere, und der Reisende steht dazwischen.
Mit Vorbereitung lassen sich alle vier entschärfen, und dafür genügt eine kurze Notiz: welche Programme infrage kommen, wie hoch die Zuschläge sind und welches davon Partnerflüge in der eigenen Suche zeigt. Wer vorher weiß, welches Programm welche Rolle spielt, verliert unterwegs kaum Zeit.
Wann sich die Partnerbuchung nicht lohnt#
In diesen Fällen lohnt sich der Umweg nicht:
- Bei geringem Preisunterschied. Der zusätzliche Aufwand ist dann nicht bezahlt.
- Bei Kurzstrecken. Dort sind die Preisunterschiede klein und der Aufwand im Verhältnis hoch.
- Bei hohen Zuschlägen im Zielprogramm. Die Zuzahlung frisst den Vorteil.
- Bei knapper Zeit. Telefonische Buchungen und Rückfragen dauern, und der Platz kann verschwinden.
- Bei komplizierten Verbindungen. Je mehr Abschnitte, desto häufiger scheitert die Buchung an der Technik.
- Bei Gruppen. Partnerkontingente umfassen häufig nur ein oder zwei Plätze, und für vier Reisende scheitert die Buchung dann an der Menge, nicht am Preis.
Steht eine Änderung schon fest, gehören die Gebühren des buchenden Programms vor die Entscheidung für den Umweg. Mit übertragbaren Punkten ist außerdem vorher zu prüfen, welche Zielprogramme überhaupt erreichbar sind, denn nicht jede Partnerschaft steht jedem Bestand offen.
Auch die Rückreise gehört in dieselbe Prüfung. Eine gute Hinverbindung mit einer schlechten Rückverbindung ergibt am Ende eine mittelmäßige Einlösung.
Am meisten bringt der Aufwand bei teuren Kabinen. Dort sind die Unterschiede zwischen zwei Programmen am größten, und dort liegt der Gegenwert einer guten Einlösung.
Wie eine Partnerbuchung abläuft#
Vier Schritte führen zum Ziel, und die Reihenfolge ist wichtig.
Zuerst wird die Verfügbarkeit gesucht, notfalls über die Suche eines anderen Programms. Danach werden Preis und Zuschläge in den infrage kommenden Programmen verglichen. Im dritten Schritt wird geprüft, ob der Bestand ausreicht oder ein Transfer nötig ist, und erst dann wird gebucht, online oder telefonisch.
In dieser Reihenfolge vermeidet man den häufigsten Fehler: einen Transfer in ein Programm, das die gewünschte Verbindung gar nicht buchen kann.
Für eine telefonische Buchung liegen die genauen Flugnummern und Daten am besten schon notiert bereit. Das Gespräch dauert dadurch wenige Minuten statt einer halben Stunde. Nach dem ersten Durchlauf kennt man die Reihenfolge auswendig, und die Buchung selbst ist der kürzeste Teil des Vorgangs. Für den Einstieg genügt eine einzige Strecke, einmal in zwei Programmen durchgerechnet, und die Systematik lässt sich danach auf jede weitere Reise anwenden.
Bucht die Fluggesellschaft um, bleibt die Prämienbuchung bestehen. Die neue Verbindung wird von der Airline eingetragen, und das Programm bucht die Meilen nicht neu. Für den Reisenden bleibt der Meilenpreis dadurch derselbe, auch wenn sich Flugnummer und Uhrzeit ändern.
Was bei Störungen gilt#
Für den Flug ist die durchführende Fluggesellschaft zuständig. Sie bucht um, betreut und entscheidet über Ersatzbeförderung.
Für die Buchung bleibt das Programm zuständig. Erstattungen, Änderungen der Prämienbuchung und die Rückgabe von Meilen laufen dort.
Die geteilte Zuständigkeit verlängert jeden Vorgang, und bei knappen Verbindungen gehört deshalb mehr Puffer in die Planung einer Partnerprämie, wie was tun, wenn der Flug ausfällt beschreibt. Ein Prämienticket lässt sich außerdem umbuchen, und die Bedingungen dafür stehen beim buchenden Programm, wie Prämienticket umbuchen beschreibt.
Mit dieser Arbeitsteilung im Kopf öffnet die Partnerbuchung das gesamte Netz einer Allianz statt nur der Flüge einer einzigen Fluggesellschaft. Sie kostet Vorbereitung und Aufmerksamkeit, und sie findet regelmäßig Verbindungen, die im eigenen Programm gar nicht erscheinen.
Die häufigsten Fehler#
- Nur im eigenen Programm suchen. Die Tabellen mehrerer Partner nebeneinander zeigen oft für denselben Sitz sehr verschiedene Preise.
- Die Zuschläge ignorieren. Meilenpreis und Zuzahlung gehören zusammen betrachtet, sonst gewinnt auf dem Papier das falsche Programm.
- Vor der Suche übertragen. Zuerst wird die Verfügbarkeit gesichert, erst danach werden Meilen bewegt.
- Die Anzeige für vollständig halten. Eine zweite Suche in einem anderen Programm dient als Gegenprobe.
- Die Umbuchungsregeln übersehen. Die Gebühren des buchenden Programms stehen in dessen Bedingungen und gehören vor der Buchung gelesen.
- Bei Störungen an der falschen Stelle anrufen. Für den Flug ist die Airline zuständig, für die Buchung das Programm.
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Häufige Fragen
Was ist eine Partnerprämie?
Warum kostet dieselbe Strecke unterschiedlich viel?
Wo finde ich Partnerplätze?
Warum zeigt ein Programm Plätze, die ein anderes nicht zeigt?
Kann ich Partnerprämien online buchen?
Wie hoch sind die Zuschläge?
Gelten dieselben Regeln für Umbuchungen?
Kann ich mehrere Fluggesellschaften kombinieren?
Wer hilft bei Problemen unterwegs?
Zählt ein Partnerprämienflug für den Status?
Was ist mit Sitzplatzreservierung und Gepäck?
Lohnt sich der Umweg über ein Partnerprogramm?
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Das klären wir im Gespräch
- Welche Airline-Programme passen zu unseren Strecken?
- Wie viele Flüge sind bei unseren Ausgaben realistisch?
- Was kosten Steuern und Gebühren bei Prämienflügen?

