Soll man einen Prämienflug umbuchen oder stornieren?
Welche Gebühren bei Änderungen an Prämienbuchungen anfallen, warum die Regeln des buchenden Programms gelten
Auf einen Blick#
| Vorgang | Wer entscheidet | Typische Folge |
|---|---|---|
| Datum oder Uhrzeit ändern | das buchende Programm | Gebühr, Meilen bleiben |
| Strecke ändern | das buchende Programm | häufig wie eine Neubuchung |
| Stornierung vor Abflug | das buchende Programm | Gebühr, Meilen zurück |
| Nichterscheinen | das buchende Programm | Meilen verfallen häufig |
| Änderung durch die Airline | die Fluggesellschaft | Gebühren entfallen meist |
| Namensänderung | das buchende Programm | fast immer ausgeschlossen |
Warum das buchende Programm entscheidet#
Eine Prämienbuchung entsteht im Programm und nicht bei der Fluggesellschaft. Die Meilen kommen von dort, die Bedingungen ebenfalls, und deshalb gilt bei Änderungen die Gebührenliste des Programms, unabhängig davon, wer fliegt. Dieselbe Strecke kann in zwei Programmen völlig unterschiedliche Änderungskosten haben.
Bei Partnerbuchungen wirkt dieselbe Regel, wie Prämienflüge bei Partnern buchen beschreibt. Der Flug gehört der einen Seite, die Buchung der anderen.
Vor der Einlösung gehören deshalb neben dem Meilenpreis auch die Gebühren für Änderungen in den Vergleich. Bei unsicheren Reisen entscheiden sie häufiger als der Preis.
Prämienbuchungen gelten als flexibel, und im Vergleich zu günstigen Bartarifen, die gar nichts erstatten, stimmt das auch. Der Vergleich hinkt trotzdem. Eine Gebühr für die Rückbuchung ist keine kostenlose Stornierung, und bei mehreren Reisenden fällt sie je Person an. Mit vier Personen wird die Gebühr also mal vier gerechnet, und aus einer kleinen Summe wird ein Betrag, der die Entscheidung über eine Buchung beeinflusst.
Die drei Vorgänge#
Drei Vorgänge sind zu unterscheiden, und sie kosten unterschiedlich viel: die Änderung, die Stornierung und das Nichterscheinen. Nur die ersten beiden sind Entscheidungen, der dritte ist ein Versehen.
Die Änderung#
Ändert sich nur das Datum oder die Uhrzeit, ist der Vorgang meist einfach. Die Buchung bleibt bestehen, die Meilen bleiben eingesetzt, und eine Gebühr fällt an. Voraussetzung ist ein freier Prämienplatz auf dem neuen Flug, denn ohne Verfügbarkeit ist keine Änderung möglich, auch wenn die Gebühr bezahlt würde.
Ändert sich zusätzlich der Meilenpreis, wird die Differenz berechnet oder erstattet. Bei dynamischen Programmen ist das der Regelfall.
Was als Änderung gilt, ist nicht überall gleich definiert. Manche Programme erlauben nur den Wechsel des Datums, andere auch den der Kabine, und wieder andere nur innerhalb derselben Verbindung. Auch die Richtung spielt eine Rolle: Eine Verschiebung nach hinten ist meist unproblematisch, eine nach vorn scheitert häufiger an der Verfügbarkeit, weil kurzfristige Plätze seltener freigegeben werden.
Ein Statusrabatt wirkt genau hier. In einigen Programmen sinkt die Gebühr mit der Stufe, und ab einer bestimmten Stufe entfällt sie ganz.
Die Stornierung#
Bei einer Stornierung werden die Meilen zurückgebucht und die Zuzahlung erstattet. Abgezogen wird eine Gebühr, deren Höhe im Programm steht. Die Rückbuchung dauert meist wenige Tage, bei Partnerbuchungen länger, weil zwei Systeme beteiligt sind.
Fast alle Programme verlangen die Stornierung vor dem planmäßigen Abflug. Danach ist der Bestand verloren.
Bei Buchungen mit mehreren Abschnitten kommt eine weitere Regel hinzu. Wird ein Abschnitt storniert, bleibt der Rest teils bestehen und wird teils neu bepreist, und das kann teurer sein als die ursprüngliche Buchung.
Die Zuzahlung folgt eigenen Regeln. Steuern werden fast immer erstattet, Zuschläge der Fluggesellschaft nicht überall, und der Unterschied steht in den Bedingungen. Erstattet wird über denselben Weg, über den gezahlt wurde, bei Kartenzahlungen dauert das einige Tage, und nach zwei Wochen ohne Gutschrift lohnt eine Nachfrage mehr als weiteres Warten.
Das Nichterscheinen#
Ohne Erscheinen und ohne Stornierung gehen in vielen Programmen die eingesetzten Meilen vollständig verloren. Die Zuzahlung wird teils erstattet, teils nicht.
Hier liegt der größte Hebel des ganzen Themas, denn eine Gebühr ist immer günstiger als ein Totalverlust. Selbst kurz vor dem Abflug lohnt deshalb der Anruf, und eine Stornierung wenige Stunden vorher rettet den Bestand. Die Stornierung ist der Normalfall, das Nichterscheinen ein Fehler: Mit der Reise wird auch die Buchung abgesagt.
Rechenbeispiel: dieselbe Änderung, zwei Programme#
Angenommen, eine Prämienbuchung soll um eine Woche verschoben werden. Beide Programme verlangen eine Gebühr, aber unterschiedlich viel.
| Programm mit niedriger Gebühr | Programm mit hoher Gebühr | |
|---|---|---|
| Gebühr für die Änderung | gering | hoch |
| Gebühr für die Stornierung | gering | hoch |
| Statusrabatt | vorhanden | nicht vorhanden |
| Verhalten bei Airline-Änderung | Gebühr entfällt | Gebühr entfällt |
| Wirkung auf die Wahl | eher buchen | nur bei sicherer Reise |
Für die Verschiebung um eine Woche zahlt man im ersten Programm eine geringe Gebühr, im zweiten eine hohe, und mit passender Stufe im ersten womöglich gar keine. Wird die Reise ganz abgesagt, wiederholt sich dasselbe Muster bei der Stornogebühr. Nur wenn die Fluggesellschaft den Flugplan ändert, stehen beide Programme gleich da, weil die Gebühr dann in beiden entfällt.
Gebühren gehören also in die Programmauswahl. Wer flexibel bleiben muss, bucht dort, wo Änderungen wenig kosten.
Am Statusrabatt sieht man, warum sich ein Status auch ohne Reisen auszahlen kann, denn reduzierte Gebühren wirken bei jeder Änderung. Die Stornogebühr beeinflusst die Buchungsentscheidung stärker, als es zunächst wirkt. Bei einer unsicheren Reise ist ein Programm mit niedriger Stornogebühr mehr wert als eines mit günstigerem Meilenpreis, wie was Punkte wirklich wert sind am Beispiel vorrechnet.
Bei Partnerbuchungen erscheinen die Meilen teils erst nach einer Woche wieder im Konto. Eine neue Buchung ist bis dahin blockiert.
Ein häufiger Sonderfall ist der Gerätewechsel. Wird ein anderes Flugzeug eingesetzt, ändert sich die Kabine, und eine gebuchte Premiumkabine kann dadurch entfallen. In diesem Fall ist die Rückbuchung ohne Gebühr die Regel.
Wenn die Fluggesellschaft ändert#
Ändert die Fluggesellschaft den Flugplan erheblich, gelten andere Regeln. Dann ist eine Umbuchung oder Erstattung ohne Gebühr möglich.
Was als erheblich gilt, steht im Programm und liegt nicht im Ermessen des Reisenden. Übliche Schwellen sind eine deutliche Verschiebung der Zeiten oder ein zusätzlicher Umstieg. Solche Änderungen kommen häufiger vor, als viele denken, denn Flugpläne werden saisonal angepasst, und eine Buchung mehrere Monate im Voraus erlebt solche Anpassungen regelmäßig.
In diesem Fall lohnt sich die Prüfung der Alternativen. Häufig lässt sich eine bessere Verbindung eintragen, ohne dass zusätzliche Meilen fällig werden, und bei festen Terminen ist manchmal eine leicht andere Verbindung frei, die dieselbe Ankunftszeit hat und keine zusätzliche Gebühr auslöst.
Bei einer Annullierung gilt zusätzlich die Rechtslage der Reise, beschrieben in was tun, wenn der Flug ausfällt. Prämienbuchungen sind davon nicht ausgenommen.
Auch der umgekehrte Fall kommt vor. Bei einer besseren Verbindung lässt sich die alte Buchung stornieren und neu buchen, sofern die Gebühr kleiner ist als der Gewinn. Vorher gehört ein Blick auf die Verfügbarkeit dazu: Wer storniert, bevor der neue Platz gesichert ist, steht ohne beides da, wie wie Prämienverfügbarkeit entsteht beschreibt.
Wann sich die Änderung nicht lohnt#
In diesen Fällen lohnt sich der Vorgang nicht:
- Bei hoher Gebühr und kleinem Vorteil. Eine Verschiebung um wenige Stunden ist die Gebühr selten wert.
- Ohne Verfügbarkeit auf dem Wunschflug. Ohne freien Prämienplatz ist die Änderung gar nicht möglich.
- Bei Streckenänderungen. Viele Programme behandeln sie wie eine Neubuchung, und der alte Preis gilt nicht mehr.
- Kurz vor Ablauf einer Aktion. Unter Zeitdruck wird die Preisdifferenz regelmäßig übersehen.
- In dynamischen Programmen nach einem Preisanstieg. Dort kann eine Änderung teurer werden als eine Stornierung mit Neubuchung.
- Kurz vor dem Abflug. Manche Programme verlangen dann zusätzliche Gebühren, und die Bearbeitung dauert länger, weil die Systeme kurz vor Abflug gesperrt sind.
- Wenn die Meilen knapp sind. Braucht die neue Verbindung mehr Meilen, als im Konto liegen, muss zusätzlich übertragen oder gekauft werden, und beides dauert.
Bei dynamischen Programmen lohnt sich zusätzlich der Blick auf benachbarte Tage. Ein Tag früher oder später kann den Meilenpreis deutlich senken und die Gebühr dadurch mehr als ausgleichen.
Wie eine Änderung abläuft#
Drei Schritte genügen, und die Reihenfolge verhindert die meisten Überraschungen.
Zuerst wird geprüft, ob auf dem Wunschflug überhaupt ein Prämienplatz frei ist, denn ohne diesen Schritt hat jede weitere Überlegung keine Grundlage. Danach wird der neue Meilenpreis mit dem alten verglichen. Bei festen Tabellen ändert sich selten etwas, bei dynamischen Programmen fast immer. Zuletzt wird die Gebühr geprüft und der Vorgang ausgelöst, online oder telefonisch.
Bei Partnerbuchungen ist der telefonische Weg häufiger. Mit Buchungsnummer und gewünschter neuer Verbindung zur Hand dauert das Gespräch wenige Minuten, und aufwendig wird der Vorgang nur bei Partnerbuchungen und bei Verbindungen mit mehreren Abschnitten.
Mehrere Buchungen werden einzeln geprüft. Gebühren fallen je Buchung an, und eine gemeinsame Bearbeitung senkt sie in den seltensten Fällen.
Bei Buchungen für Familie oder Freunde führt der Kontoinhaber die Änderung durch, denn das Konto entscheidet und nicht die reisende Person.
Eine Bestätigung der Stornierung gehört in dieselbe Ablage wie die Buchung. Sie ist der Nachweis, dass die Meilen zurückzubuchen sind.
Was sich vorher vermeiden lässt#
Zwei Entscheidungen senken die Wahrscheinlichkeit einer teuren Änderung deutlich.
Die erste betrifft den Zeitpunkt der Buchung. Eine Buchung erst nach feststehender Reise erspart die meisten Änderungen, kostet aber möglicherweise knappe Prämienplätze. Die zweite betrifft die Wahl des Programms: Wo Änderungen wenig kosten, ist eine frühe Buchung günstiger, weil sie jederzeit korrigiert werden kann.
Zusammen ergibt das eine einfache Regel. Je unsicherer die Reise, desto wichtiger ist ein Programm mit milden Gebühren. Früh zu buchen verlangt milde Regeln, spät zu buchen verlangt Verfügbarkeit, und beides gleichzeitig gibt es selten.
Die Entscheidung fällt damit schon bei der Wahl des Programms und nicht erst im Moment der Änderung, weshalb die Gebührenliste in derselben Zeile steht wie der Meilenpreis. Die meisten teuren Vorgänge entstehen durch eine zu frühe Buchung in einem strengen Programm, nur selten durch Pech. Vor der ersten Einlösung entschieden, wird daraus eine Gewohnheit, die keine weitere Aufmerksamkeit kostet, und die Regeln eines Programms bleiben über Jahre stabil genug, dass sich diese Kenntnis bei jeder unsicheren Reise erneut auszahlt.
Für Einsteiger ist die wichtigste Regel die einfachste. Niemals verfallen lassen, immer stornieren, auch wenn die Gebühr im ersten Moment ärgerlich wirkt.
Fünf Fragen an die Gebührenliste#
Die Gebührenliste eines Programms beantwortet vor der Einlösung alles, was später bei einer Änderung zählt. Fünf Fragen reichen, und ihre Antworten passen auf einen Zettel.
- Was kostet eine Änderung von Datum oder Uhrzeit? Und gilt sie auch für einen Wechsel der Kabine oder nur innerhalb derselben Verbindung?
- Was kostet eine Stornierung, und bis wann ist sie möglich? Die Frist vor dem planmäßigen Abflug entscheidet zwischen Gebühr und Totalverlust.
- Was geschieht bei Nichterscheinen? Verfallen die Meilen vollständig, und welcher Teil der Zuzahlung kommt zurück?
- Gibt es einen Rabatt nach Statusstufe? In einigen Programmen sinkt die Gebühr mit der Stufe oder entfällt ganz.
- Wie werden Strecken und Preisdifferenzen behandelt? Eine neue Strecke gilt oft als Neubuchung, und in dynamischen Programmen wird die Differenz zum neuen Preis fällig.
Die häufigsten Fehler#
- Nicht erscheinen statt stornieren. Auch eine kurzfristige Stornierung kostet nur eine Gebühr, und die ist kleiner als der Verlust aller Meilen.
- Ohne Verfügbarkeit ändern wollen. Am Anfang steht die Suche nach dem neuen Prämienplatz.
- Die Preisdifferenz übersehen. In dynamischen Programmen kann der neue Preis deutlich vom alten abweichen.
- Die Regeln der Airline erwarten. Die Bedingungen setzt das buchende Programm.
- Namensänderungen einplanen. Prämientickets sind personengebunden, ein Wechsel des Reisenden ist fast immer ausgeschlossen.
- Gebühren erst nach der Buchung lesen. In die Programmauswahl gehören sie vorher.
Verwandte Themen#
Häufige Fragen
Wer legt die Gebühren fest?
Was kostet eine Stornierung?
Ist eine Änderung günstiger als eine Stornierung?
Was passiert, wenn die Fluggesellschaft den Flug ändert?
Bekomme ich meine Meilen zurück?
Gilt eine Frist für die Stornierung?
Hilft ein Status bei den Gebühren?
Was ist mit Partnerbuchungen?
Kann ich den Namen ändern?
Was, wenn ich nur einen Abschnitt nicht fliegen will?
Lohnt sich eine Stornierung kurz vor Abflug?
Wie vermeide ich Gebühren ganz?
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Das klären wir im Gespräch
- Welche Airline-Programme passen zu unseren Strecken?
- Wie viele Flüge sind bei unseren Ausgaben realistisch?
- Was kosten Steuern und Gebühren bei Prämienflügen?

