Kann ich Meilen mit Partner oder Familie zusammenlegen?
Wie ein Haushaltspool funktioniert, wer darin einlösen darf, was beim Austritt mit den Punkten passiert, welche Wege Kartenprogramme bieten und wann sich das Zusammenlegen nicht lohnt.
Auf einen Blick#
| Weg | Wem gehören die Punkte | Wer löst ein | Kosten | Bindung |
|---|---|---|---|---|
| Haushaltspool im Programm | jedem Mitglied sein Anteil, gebündelt | meist die Person, die den Pool führt | meist keine | gemeinsame Adresse, Wartefrist beim Wechsel |
| Prämie für andere aus eigenem Konto buchen | dem Buchenden | der Buchende | keine | teils Liste berechtigter Personen |
| Übertragung zwischen zwei Konten | nach dem Transfer dem Empfänger | der Empfänger | Gebühr je Einheit | endgültig, Obergrenze je Jahr |
| Punkte zweier Karteninhaber kombinieren | nach dem Kombinieren dem Zielkonto | Inhaber des Zielkontos | meist keine | nur in manchen Kartenprogrammen |
| Zusatzkarte zur eigenen Karte | dem Hauptkarteninhaber | der Hauptkarteninhaber | Kartengebühr möglich | gemeinsame Haftung je nach Karte |
Zusammenlegen heißt in der Praxis fünf verschiedene Dinge. Welcher Weg offensteht, entscheidet das Programm, und die Unterschiede liegen weniger bei den Kosten als bei der Frage, wer am Ende über die Punkte verfügt.
Was Punkte zusammenlegen bedeutet#
Punkte zusammenlegen heißt, die Guthaben mehrerer Personen für eine gemeinsame Prämie nutzbar zu machen, ohne sie Stück für Stück von einem Konto aufs andere zu verschieben. Der Fachbegriff dafür ist Punktepooling, und das Werkzeug ist meist ein Haushalts- oder Familienkonto im Programm.
Abzugrenzen ist das Pooling von der Übertragung. Eine Übertragung bewegt Einheiten endgültig von einer Person zur anderen und kostet in den meisten Programmen eine Gebühr, wie Punkte übertragen im Einzelnen durchrechnet. Ein Pool lässt die Konten bestehen und bündelt nur die Einlösung.
Abzugrenzen ist das Pooling außerdem vom Transfer an einen Partner. Wer Punkte aus einem Kartenprogramm in ein Vielfliegerprogramm schickt, wechselt die Währung, nicht die Person. Diese Mechanik beschreibt Punktetransfer, und sie folgt eigenen Regeln.
Die drei Begriffe werden im Alltag oft durcheinandergeworfen, und die Verwechslung hat Folgen. Ein Pool lässt sich wieder verlassen, eine Übertragung nicht, und ein Transfer zum Partner landet in einer anderen Währung. Eine Anfrage beim Kundenservice nach einer Übertragung, die eigentlich einen Pool meint, bringt eine Antwort auf die falsche Frage.
Wie ein Haushaltspool funktioniert#
Ein Haushaltspool ist eine Klammer um mehrere Einzelkonten. Jedes Mitglied sammelt weiter auf eigenen Namen, und für eine Prämie zieht das Programm die Guthaben zusammen. Die Einzelheiten unterscheiden sich stark, und vier davon entscheiden, ob ein Pool im eigenen Haushalt funktioniert.
Wer im Haushaltspool einlösen darf#
Jeder Haushaltspool hat eine Person, die ihn anlegt und führt. In vielen Programmen darf nur diese Person Prämien aus dem gemeinsamen Guthaben buchen, die übrigen Mitglieder sammeln lediglich ein. Andere Programme erlauben allen erwachsenen Mitgliedern die Einlösung. Wer einem Pool beitritt, prüft deshalb zuerst, ob er danach noch selbst über die eigenen Punkte verfügt oder nur noch beisteuert. Die Rolle der führenden Person lässt sich meist nicht nachträglich übertragen, ohne den Pool aufzulösen.
Aufnahme, Nachweis und Wartefristen im Pool#
Programme mit Haushaltspool knüpfen die Mitgliedschaft fast immer an eine Bedingung, meist an eine gemeinsame Wohnadresse. Einige verlangen einen Nachweis, andere prüfen nur bei Auffälligkeiten. Die Zahl der Mitglieder ist begrenzt. Wer austritt, kann in vielen Programmen für eine bestimmte Frist keinem anderen Pool beitreten, und manche Programme erlauben auch der führenden Person erst nach einer Frist, einen neuen Pool anzulegen. Die Frist verhindert, dass Punkte zwischen fremden Haushalten hin und her wandern.
Kinderkonten im Haushaltspool#
Kinder sammeln auf Flugreisen genauso Punkte wie Erwachsene, und ohne Pool bleiben diese Guthaben fast immer liegen. Ein einzelnes Kinderkonto erreicht selten eine Prämie und verfällt nach der Inaktivitätsfrist des Programms, wie Meilenverfall beschreibt. Im Pool tragen die Punkte eines Kindes zur gemeinsamen Prämie bei. Viele Programme lassen Kinder ab einem Mindestalter als Mitglied zu, und bei einem Pool, in dem nur die führende Person einlöst, verliert ein Kind dadurch keine Rechte, die es vorher hätte ausüben können.
Status bleibt beim Pooling bei der einzelnen Person#
Ein Haushaltspool bündelt nur Prämienpunkte, also das, was sich einlösen lässt. Statuspunkte und Qualifikationsmeilen bleiben bei der Person, die geflogen ist oder übernachtet hat, und ein Elitestatus lässt sich über den Pool weder teilen noch gemeinsam erreichen. Fliegt die Familie gemeinsam, bekommt jede Person eigene Statusgutschriften auf ihr Konto, unabhängig davon, aus wessen Guthaben die Prämie bezahlt wurde.
Welche Punkte der Pool bei der Einlösung zuerst abzieht#
Die Programme ziehen gepoolte Punkte unterschiedlich ab. Manche nehmen anteilig von allen Konten, andere zuerst vom Konto der buchenden Person, wieder andere nach einer festen Reihenfolge der Mitglieder. Die Reihenfolge ist wichtig, weil sie festlegt, welches Konto nach der Buchung leer ist und bei welchem Mitglied die Verfallsfrist weiterläuft. Wer ein Konto mit knapper Frist im Pool hat, prüft vor der Buchung, ob gerade dieses Konto belastet wird.
Wege über Kartenprogramme#
Neben den Vielfliegerprogrammen bieten auch Kreditkartenprogramme Wege, Guthaben in einem Haushalt zusammenzubringen. Diese Wege sind weniger einheitlich als ein Haushaltspool und hängen am Kartenprodukt.
Punkte zwischen Karteninhabern kombinieren#
Manche Kartenprogramme erlauben, Punkte kostenlos in das Konto einer anderen Person desselben Haushalts zu verschieben, wenn beide eine Karte dieses Programms besitzen. Der Vorgang heißt dort meist Kombinieren und ist im Unterschied zum Pool endgültig. Die Punkte gehören danach dem Zielkonto, und ein Rückweg ist nicht vorgesehen. Einige Programme beschränken das Kombinieren auf Ehe- oder Lebenspartner, andere auf Personen unter derselben Adresse.
Die Zusatzkarte als Sammelweg#
Eine Zusatzkarte ist der einfachste Weg, die Ausgaben eines Haushalts auf ein Punktekonto zu lenken. Alle Umsätze der Zusatzkarte laufen auf das Konto der Hauptkarte, und das Zusammenlegen erledigt sich dadurch schon beim Sammeln. Die Kehrseite liegt in der Verfügung: Die Punkte gehören der Person mit der Hauptkarte, und die Person mit der Zusatzkarte hat keinen eigenen Zugriff darauf. Die Einzelheiten zu Haftung und Kosten beschreibt Zusatzkarte.
Transfer ins Vielfliegerkonto einer anderen Person#
Einige Kartenprogramme erlauben den Transfer von Punkten an einen Transferpartner nicht nur ins eigene Vielfliegerkonto, sondern auch in das Konto einer Zusatzkarteninhaberin oder eines Haushaltsmitglieds. Andere verlangen, dass der Name auf dem Vielfliegerkonto mit dem Namen des Karteninhabers übereinstimmt. Die Regel steht in den Bedingungen des Kartenprogramms, und ein Transfer an eine falsche Person lässt sich in aller Regel nicht zurückholen.
Buchen für andere als Alternative zum Pool#
Der häufigste Grund, über einen Pool nachzudenken, ist eine Prämie für mehrere Personen. Für diesen Fall braucht es meist gar keinen Pool, denn eine Prämienbuchung verlangt einen Namen und kein eigenes Konto der reisenden Person.
Aus einem Konto, das allein genug Punkte hat, lässt sich in fast allen Programmen für Partner, Kinder oder Freunde buchen. Manche Programme verlangen eine Liste berechtigter Personen, und Änderungen an dieser Liste sind mit Wartefristen verbunden.
Ein Pool wird erst dann nötig, wenn kein einzelnes Konto reicht. Solange ein Konto die Prämie trägt, ist die Buchung für andere der kürzeste Weg, und die übrigen Guthaben bleiben für die nächste Prämie stehen. Ob die Prämie überhaupt buchbar ist, entscheidet dabei nicht das Guthaben, sondern die Verfügbarkeit, wie Prämienverfügbarkeit erklärt.
Rechenbeispiel: drei Konten, zwei Plätze#
Angenommen, ein Haushalt hat drei Konten im selben Programm. Konto A hat 50.000 Punkte, Konto B 30.000, das Konto des Kindes 12.000. Gesucht sind zwei Prämienplätze zu je 40.000 Punkten. Alle Werte sind zur Veranschaulichung gewählt und stammen aus keinem bestimmten Programm.
| Weg | Was geschieht | Ergebnis |
|---|---|---|
| Nur aus Konto A buchen | A deckt einen Platz | ein Platz fehlt |
| Konto A bucht einen Platz, Konto B den zweiten | beide buchen getrennt | nicht möglich, B fehlen 10.000 |
| Haushaltspool mit allen drei Konten | 92.000 Punkte gebündelt | beide Plätze gebucht, 12.000 bleiben |
| Übertragung von A nach B | 10.000 Punkte wandern, Gebühr je Einheit | beide Plätze gebucht, Gebühr gezahlt |
| Kinderkonto ohne Pool | 12.000 Punkte ohne Prämie | Guthaben verfällt bei Inaktivität |
Bietet das Programm einen Pool an, ist er der günstigste Weg. Er kostet nichts, deckt beide Plätze und nutzt nebenbei die 12.000 Punkte des Kindes, die sonst verfallen würden.
Ohne Pool bleibt die Übertragung von A nach B. Wie teuer sie ist, hängt an der Gebühr je Einheit und am Wert, den dieselbe Einheit in der Prämie erreicht; diesen Vergleich beschreibt Meilenwert. In der Rechnung reichen 10.000 übertragene Punkte, und das Kinderkonto bleibt dabei unberührt.
Der stille Verlust steckt im Kinderkonto. Kleine Guthaben auf Konten von Kindern oder Wenigfliegern verfallen in vielen Haushalten, weil sie allein nie eine Prämie erreichen, und niemand bemerkt es, bis die Inaktivitätsfrist abgelaufen ist.
Austritt, Trennung und Todesfall#
Ein Pool ist leicht angelegt und schwer aufgelöst. Programme regeln den Austritt unterschiedlich, und die Unterschiede werden erst sichtbar, wenn ein Haushalt auseinandergeht.
Manche Programme geben einem austretenden Mitglied den Anteil zurück, den es selbst gesammelt hat. Andere belassen die gepoolten Punkte beim Pool, wenn sie einmal eingebracht sind, und das austretende Mitglied geht mit leerem Konto. Diese Regel gehört vor den Beitritt gelesen, nicht erst bei der Trennung.
Bei einer Trennung löst meist die führende Person den Pool auf oder entfernt ein Mitglied. Danach gelten die Wartefristen des Programms, und die Punkte folgen der Austrittsregel. Eine rechtliche Aufteilung von Punkten zwischen getrennten Partnern ist eine Frage des jeweiligen Rechts und nicht Gegenstand dieses Artikels.
Beim Tod eines Mitglieds sehen viele Programme eine Übertragung des Guthabens an Hinterbliebene vor, oft nur auf Antrag und mit Nachweis, und ein Anspruch darauf besteht selten. Ähnliches gilt, wenn eine Karte gekündigt wird und das Punktekonto daran hängt, wie Punkte nach der Kündigung beschreibt.
Wann sich das Zusammenlegen lohnt, und wann nicht#
Zusammenlegen lohnt sich, wenn mehrere Personen regelmäßig im selben Programm sammeln und keine davon allein eine Prämie erreicht. Ein Pool macht dann aus mehreren halben Prämien eine ganze.
Ein Pool lohnt sich auch, wenn Kinderkonten oder Konten von Wenigfliegern im Haushalt liegen. Deren Guthaben verfallen sonst und bringen im Pool einen Beitrag, der nichts kostet.
Wann es sich nicht lohnt, lässt sich in fünf Fällen fassen:
- Wenn ein Konto allein für die Prämie reicht. Die Buchung für andere Personen aus diesem Konto löst das Problem ohne Pool und ohne Bindung.
- Wenn nur die führende Person einlösen darf und die übrigen Mitglieder selbst buchen wollen. Wer beitritt, gibt dann die eigene Verfügung über das Guthaben ab.
- Wenn der Haushalt nicht stabil ist. Austrittsregeln und Wartefristen machen einen Pool zwischen Personen, die sich bald trennen könnten, zu einem Risiko für das eingebrachte Guthaben.
- Wenn das Programm nur die Übertragung gegen Gebühr kennt und die fehlende Menge groß ist. Die Gebühr übersteigt dann schnell den Wert der Prämie.
- Wenn die Guthaben ohnehin in ein anderes Programm transferiert werden sollen. Wer aus einem Kartenprogramm heraus transferiert, sammelt besser gleich auf einem Konto, statt später zu poolen.
Die häufigsten Fehler#
- Einem Pool beitreten, ohne die Einlöseregel zu kennen. In vielen Programmen verfügt nach dem Beitritt nur noch die führende Person über die Punkte, und das steht vorher in den Bedingungen.
- Die Austrittsregel erst bei der Trennung lesen. Ob eingebrachte Punkte beim Austritt zurückkommen, ist vor dem Beitritt eine Leseaufgabe und danach eine Streitfrage.
- Den Pool erst anlegen, wenn die Prämie gefunden ist. Aufnahme und Prüfung brauchen Zeit; ein Pool, der schon eingerichtet ist und liegen bleibt, steht im richtigen Moment bereit.
- Kinderkonten nicht aufnehmen. Gerade diese Guthaben verfallen wegen Inaktivität, und im Pool würden sie zu einer Prämie beitragen.
- Einen Pool für den Status erwarten. Status bleibt bei der Person, die gereist ist. Gebündelt werden nur Prämienpunkte.
- Übertragen, obwohl ein Konto allein reicht. Die Buchung für die andere Person aus diesem Konto kostet keine Gebühr.
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