Kann ich Meilen an eine andere Person übertragen?
Warum das Zusammenlegen fast immer Geld kostet, welche Programme es kostenlos erlauben, wie Haushaltskonten funktionieren, was beim Buchen für andere gilt und wann sich der Transfer nicht lohnt.
Auf einen Blick#
| Weg | Kosten | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Prämie für andere aus eigenem Konto buchen | keine | Name der Person |
| Haushalts- oder Familienkonto | meist keine | gemeinsame Adresse oder Familie |
| Übertragung zwischen Konten | Gebühr je Einheit | beide Konten im Programm |
| Kauf fehlender Einheiten | Kaufpreis | oft teurer als der Wert |
| Transfer aus einem Kartenprogramm | meist keine | Transferpartnerschaft |
| Verkauf an Dritte | untersagt | führt zur Sperrung |
Verteilte Guthaben sind der Normalfall in jedem Haushalt, der mehrere Konten führt. Die Frage, wie man sie zusammenbringt, hat in fast allen Programmen eine kostenlose Antwort, und die teure Antwort ist die, die zuerst einfällt.
Warum das Übertragen fast immer der falsche Weg ist#
Mit Punkten auf zwei Konten liegt der Gedanke ans Zusammenlegen nahe. In den meisten Programmen ist er die teuerste Lösung.
Die Programme berechnen eine Gebühr je übertragener Einheit, und dieser Preis liegt regelmäßig über dem Wert, den dieselbe Einheit in einer Prämienbuchung erreicht. Vor jedem Transfer steht deshalb ein Vergleich: Preis je Einheit gegen den eigenen Punktwert. In den meisten Fällen endet die Überlegung an dieser Stelle.
Oft ist die Übertragung auch gar nicht nötig. In fast allen Programmen lässt sich aus einem Konto eine Prämie für eine andere Person buchen, ohne dass ein einziger Punkt das Konto wechselt.
Zwei Vorgänge tragen außerdem denselben Namen. Ein Transfer aus einem Kartenprogramm in ein Vielfliegerprogramm ist etwas anderes als eine Übertragung zwischen zwei Personen. Der erste ist meist kostenlos, der zweite fast nie, wie Transferierbare Punkte beschreibt.
Und die Richtung lässt sich nicht umkehren. Übertragungen sind endgültig, ein Rücktransfer ist in keinem Programm vorgesehen. Zu viel übertragene Einheiten liegen dann im falschen Konto, und die Korrektur kostet ein zweites Mal Gebühr. Eine Übertragung will deshalb zweimal überlegt sein, und zwar mit einer konkreten Prämie vor Augen, nicht mit einem ungefähren Plan.
Der kostenlose Normalfall#
Zwei kostenlose Wege stehen fast immer offen: die Buchung für eine andere Person aus dem eigenen Konto und, wo es das gibt, ein Haushaltskonto. Beide lösen das Problem vollständig.
Buchen für andere Personen#
Für eine Prämienbuchung zählt der Name des Reisenden, nicht dessen Konto. Ein Konto mit genug Guthaben reicht, um Familie, Freunde oder Kollegen auf die Reise zu schicken.
Einige Programme verlangen, dass die Person vorher im Konto hinterlegt ist. Diese Liste ist meist begrenzt und lässt sich nur mit Wartezeit ändern. Andere Programme verlangen gar nichts, dort genügt der Name bei der Buchung.
Bei einer begrenzten Liste lohnt der Blick auf die freien Plätze. Ein Wechsel kostet Wartezeit, und eine kurzfristige Buchung für eine Person, die noch nicht eingetragen ist, scheitert an dieser Stelle. Manche Programme erlauben die Änderung sofort, andere sperren die Liste nach jeder Änderung für Wochen. Allein wegen dieser Sperrfrist ist es sinnvoll, die Liste im Voraus zu pflegen.
Haushalts- und Familienkonten#
Mehrere Programme erlauben das Bündeln von Guthaben innerhalb eines Haushalts. Die Punkte bleiben formal getrennt und werden für eine Buchung zusammengezogen. Voraussetzung ist meist eine gemeinsame Adresse oder eine belegte Familienbeziehung; der Nachweis wird bei der Einrichtung verlangt und danach selten geprüft.
Ein Haushaltskonto ist der günstigste Weg überhaupt. Es kostet nichts und löst genau das Problem, für das sonst eine Gebühr anfällt. Einmal eingerichtet, ist die Frage nach dem Zusammenlegen für diesen Haushalt dauerhaft erledigt.
Am selben Tag nutzbar ist es allerdings nicht. Ein Haushaltskonto, das erst angelegt wird, wenn die Prämie schon gefunden ist, kommt zu spät. Sinnvoll ist es, das Konto einmal einzurichten und liegen zu lassen, bis es gebraucht wird.
Beim Abbuchen zählen die Programme unterschiedlich. Manche ziehen die Punkte anteilig von allen Konten ab, andere zuerst vom Konto des Buchenden. Davon hängt ab, welches Konto am Ende leer ist.
Steuern und Gebühren einer Prämie für Dritte gehen vom Konto des Buchenden ab, bei mehreren Reisenden also für alle. Auf Kurzstrecken fällt das selten ins Gewicht, auf Langstrecken durchaus.
Ein Haushaltskonto löst außerdem nur das Guthaben, nicht die Prämienverfügbarkeit. Die freien Plätze sind in den meisten Fällen die größere Hürde.
Rechenbeispiel: zwei Konten, eine Prämie#
Gerechnet wird mit einer Prämie, für die einem Konto Einheiten fehlen, die auf einem zweiten Konto liegen.
| Weg | Kosten | Ergebnis |
|---|---|---|
| Aus dem größeren Konto buchen | keine | Prämie gebucht, Rest bleibt liegen |
| Haushaltskonto einrichten | keine | beide Guthaben nutzbar |
| Fehlende Einheiten übertragen | Gebühr | Prämie gebucht, teuer |
| Fehlende Einheiten kaufen | Kaufpreis | oft teurer als der Wert |
| Aus einem Kartenprogramm transferieren | meist keine | nur bei Partnerschaft |
| Auf eine andere Prämie ausweichen | keine | kleinerer Gegenwert |
Die Buchung aus dem größeren Konto ist fast immer die richtige Wahl. Sie kostet nichts und funktioniert, solange ein Konto allein reicht.
An die Übertragung denken die meisten zuerst, und unter den sinnvollen Wegen ist sie der teuerste. Sie lohnt nur, wenn die fehlende Menge klein ist. Ihr Maßstab ist der Kauf: Kaufpreis je Einheit und Übertragungsgebühr je Einheit sind zwei Preise für dasselbe Ergebnis, und der niedrigere gewinnt, wie Punkte kaufen beschreibt. Für den eigenen Fall zählt die tatsächliche Gebühr je Einheit aus den Programmbedingungen. Sie ist der einzige Wert, der diese Entscheidung trägt.
Ein Haushaltskonto führt zum selben Ergebnis wie die Übertragung, nur ohne Gebühr, und beide Guthaben bleiben danach für weitere Buchungen nutzbar. Der Transfer aus einem Kartenprogramm ist ebenfalls meist kostenlos, setzt aber eine Transferpartnerschaft zwischen Kartenprogramm und Vielfliegerprogramm voraus. Fehlt diese Partnerschaft, scheidet der Weg aus, und es bleiben nur die Wege, die Geld kosten oder den Gegenwert schmälern.
Am häufigsten übersehen wird das Ausweichen auf eine andere Prämie. Eine kleinere Prämie aus einem Konto zu buchen ist oft besser, als eine große mit Gebühren zu erzwingen, denn die Differenz im Gegenwert ist meist kleiner als die Gebühr.
Wann der Transfer trotzdem sinnvoll ist#
Ist die fehlende Menge klein und die Prämie groß, kippt die Rechnung. Eine geringe Gebühr für wenige Einheiten kann eine wertvolle Buchung retten. Daneben gibt es Lagen, in denen die Gebühr der kleinere Verlust ist:
- Ein Konto steht vor dem Verfall. Ein Transfer gilt in vielen Programmen als Aktivität und verlängert die Frist, wie Meilenverfall beschreibt.
- Das Programm erlaubt keine Buchung für Dritte. Dann bleibt nur der Transfer. Diese Konstellation ist die seltenste und die einzige, in der die Gebühr alternativlos ist.
- Ein Konto wird geschlossen, etwa nach der Kündigung der zugehörigen Karte. Der Transfer wird dann zum Rettungsweg, wie Punkte nach der Kündigung beschreibt.
- Eine Aktion senkt die Übertragungsgebühr. Programme tun das gelegentlich, und für eine Weile sieht die Rechnung anders aus, wie Transferbonus für den verwandten Fall beschreibt.
- Die Prämie ist nur in einem bestimmten Konto günstig, etwa weil dort ein Status oder eine Karte liegt, die den Preis senkt. Die Gebühr ist dann der Preis für den niedrigeren Prämienpreis und kann sich rechnen.
- Ein Konto soll wegen Inaktivität gesperrt werden. Der Transfer ist die letzte Möglichkeit, das Guthaben zu retten, und billiger als der Totalverlust.
Programme mit einer Mindestmenge je Transfer verschieben die Rechnung in die andere Richtung. Bei wenigen fehlenden Einheiten muss mehr übertragen werden als nötig, und die Gebühr richtet sich nach der übertragenen Menge, nicht nach der benötigten.
Die Grenzen der Programme#
Jede Übertragung ist der Höhe nach begrenzt, meist je Jahr und je Konto. Die Grenze verhindert, dass Konten als Handelsplattform genutzt werden.
Der Verkauf von Punkten an Dritte ist überall untersagt. Er ist der häufigste Grund für Kontosperren und führt regelmäßig zum Verlust des gesamten Guthabens. Die Grenze zwischen erlaubtem Schenken und unerlaubtem Handel verläuft beim Geld: Sobald für eine Prämie eine Gegenleistung fließt, ist der erlaubte Bereich verlassen. Programme prüfen das anlassbezogen, und auffällig sind vor allem Buchungen für ständig wechselnde, nicht verwandte Personen.
Für eine Familie mit mehreren Konten lohnt der Blick auf die Verteilung. Wenn die Punkte bewusst auf einem Hauptkonto landen und die übrigen Konten nur für Statusaktivitäten dienen, sind Übertragungen später gar nicht nötig. Auf Dauer ist das die einzige Lösung, die nichts kostet.
Bei Programmen ohne Buchung für Dritte bleibt eine zweite Möglichkeit, sofern der Kontoinhaber selbst mitreist. Die Buchung läuft dann auf beide Namen, das eigene Konto trägt sie, und die Begleitperson ist lediglich ein Name darauf. Ein Transfer ist dafür nicht nötig.
Wann sich der Transfer nicht lohnt#
In diesen Fällen ist die Gebühr verschwendet:
- Ein Konto reicht allein für die Prämie. Die Buchung für Dritte ist dann der kostenlose Weg.
- Ein Haushaltskonto ist möglich. Es löst dasselbe Problem ohne Kosten.
- Die fehlende Menge ist groß. Die Gebühr übersteigt dann den Wert der Prämie.
- Die Prämie ist ohnehin schwach. Ein schlechter Gegenwert wird durch eine Gebühr nicht besser.
- Es wird auf Vorrat gesammelt. Punkte auf ein Konto zu ziehen, ohne eine Buchung im Blick zu haben, kostet sofort und bringt später nichts, wie Transferierbare Punkte beschreibt.
- Das Programm trennt Kontotypen. Ein Geschäftskonto und ein privates Konto derselben Person sind in manchen Programmen zwei Welten, und eine Übertragung zwischen ihnen ist mitunter gar nicht vorgesehen.
Programme mit sehr niedriger Gebühr fallen aus diesem Raster. Dort kann der Transfer der bequemste Weg sein, und die Rechnung sieht anders aus als bei Programmen mit hohen Sätzen. Die Bandbreite zwischen den Programmen ist groß, eine allgemeine Regel gibt es nicht. Bei Hotelprogrammen sind Übertragungen häufiger kostenlos als bei Fluggesellschaften, und gerade dort lohnt ein Blick in die Bedingungen, bevor eine Gebühr eingeplant wird.
Was vor jedem Transfer zu prüfen ist#
Fünf Fragen, jede in Minuten beantwortet:
- Reicht ein Konto allein, wenn für die andere Person gebucht wird?
- Gibt es in diesem Programm ein Haushalts- oder Familienkonto?
- Wie hoch ist die Gebühr je Einheit im Vergleich zum eigenen Punktwert? Die verwandte Rechnung steht unter Punkte kaufen.
- Läuft gerade eine Aktion auf die Übertragungsgebühr? Sie kann die Antwort auf die Gebührenfrage vollständig ändern und ist in der Übersicht des Programms angekündigt.
- Wie lange dauert die Gutschrift im Zielkonto? Davon hängt ab, ob ein Transfer für eine kurzfristig gefundene Prämie überhaupt in Frage kommt.
Die Reihenfolge folgt den Kosten. Für die andere Person zu buchen, statt Guthaben zu verschieben, erspart in fast allen Fällen jede Gebühr, und erst wenn die ersten beiden Fragen mit Nein enden, wird die Gebühr überhaupt zum Thema.
Die häufigsten Fehler#
- Zuerst an das Übertragen denken. Aus dem größeren Konto für die andere Person zu buchen, kostet nichts und reicht in den meisten Fällen.
- Das Haushaltskonto übersehen. Es löst dasselbe Problem wie die Übertragung, ohne Gebühr.
- Große Mengen übertragen. Ab einer gewissen Menge übersteigt die Gebühr den Wert dessen, was damit gebucht wird.
- In letzter Minute übertragen. Transfers können Tage dauern, und die gefundene Prämie ist bis dahin womöglich weg.
- Punkte gegen Geld weitergeben. Der Handel ist untersagt und kostet im Zweifel das ganze Konto.
- Ohne Buchungsziel bündeln. Zuerst kommt die Prämie, dann die Rechnung, ob sich ein Transfer dafür lohnt.
- Übertragungen nicht festhalten. Datum, Menge und Gebühr gehören notiert, denn bei Rückfragen im Programm ist das die einzige Grundlage. Die Kontoübersicht zeigt oft nur den Saldo.
Verwandte Themen#
Häufige Fragen
Kann ich Punkte an eine andere Person übertragen?
Gibt es kostenlose Wege?
Muss ich überhaupt übertragen?
Wann lohnt sich ein Transfer trotzdem?
Gilt eine Obergrenze?
Wie lange dauert eine Übertragung?
Verfallen übertragene Punkte anders?
Zählt ein Transfer für den Status?
Was gilt bei Erbfällen?
Kann ich Punkte verkaufen?
Funktioniert das Bündeln auch bei Hotels?
Was ist bei Transferpartnern zu beachten?
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