Karten und Geld · Kosten · 12 Minuten

Was sind Resort Fees und muss ich sie zahlen?

Warum eine tägliche Zusatzgebühr den Zimmerpreis verzerrt, was sie angeblich enthält, wie sie Prämienbuchungen trifft, wann Status davon befreit und wann der Widerspruch sich nicht lohnt.

Florian HartlGründer von Benefit Systems
Eine Hand schiebt eine schlichte Bezahlkarte neben eine geschlossene lederne Rechnungsmappe auf einem polierten Marmortresen im Hotel.Symbolbild, KI-generiert
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Kurze AntwortEine Resortgebühr ist ein täglicher Zuschlag, der nicht im angezeigten Zimmerpreis enthalten ist und erst vor Ort berechnet wird. Begründet wird sie mit Leistungen wie Internet, Fitnessbereich oder Handtüchern am Pool, und sie fällt unabhängig davon an, ob diese Leistungen genutzt werden oder überhaupt verfügbar sind.

Auf einen Blick#

Frage Antwort
Wann fällig täglich, vor Ort
Bezugsgröße je Zimmer und Nacht
Im angezeigten Preis meist nicht
Bei Prämienbuchungen häufig trotzdem
Punkte darauf meist keine
Verhandelbar nur wenn nicht angekündigt

Kaum eine Position auf einer Hotelrechnung erzeugt so viel Ärger wie die tägliche Zusatzgebühr. Sie ist verpflichtend, sie erscheint im Vergleich nicht, und sie wird mit Leistungen begründet, die anderswo selbstverständlich sind.

Am meisten kosten zwei Eigenschaften der Gebühr: Sie fällt auch bei Prämienbuchungen an, und sie ist nur verhandelbar, wenn sie vorher nirgends stand. Beides entscheidet sich vor der Reise. An der Rezeption lässt sich daran nur noch wenig ändern.

Warum es diese Gebühr gibt#

Hotelpreise werden überwiegend in Listen verglichen, und diese Listen sortieren nach dem Zimmerpreis. Jeder Betrag, der außerhalb dieses Preises liegt, verbessert die Position im Vergleich. Die Resortgebühr ist die konsequenteste Form davon: Sie ist verpflichtend, sie fällt bei jeder Buchung an, und sie steht trotzdem nicht im verglichenen Preis.

Die Gebühr ist damit keine eigene Leistung. Sie verschiebt einen Teil des Preises an die Stelle, an der er nicht verglichen wird. Entschieden wird darüber in der Preisgestaltung des Hauses, lange vor der Reise, und deshalb lässt sie sich vor der Buchung erkennen und danach kaum noch ändern.

Ein Hotelpreis ist erst dann ein Preis, wenn Steuern und Gebühren enthalten sind. Diese Ansicht muss man in den meisten Suchmasken aktiv herstellen.

Die Begründung der Häuser überzeugt selten. Die genannten Leistungen sind in vergleichbaren Häusern ohne Gebühr enthalten, und ihr Wert liegt regelmäßig unter dem Betrag. In vielen Regionen wird die Gebühr außerdem besteuert, was den Abstand zum verglichenen Preis noch einmal vergrößert.

Was als Besonderheit einzelner Ferienanlagen begann, findet sich inzwischen in Stadthotels, in Mittelklassehäusern und sogar in einzelnen Budgetmarken. Die Ausbreitung hat einen einfachen Antrieb. Ein Haus ohne Gebühr steht im Vergleich schlechter da, obwohl es günstiger ist, und dieser Nachteil erzeugt Druck, ebenfalls eine einzuführen.

Wie sie im Buchungsvorgang auftaucht#

Drei Orte im Buchungsvorgang zeigen die Gebühr, und zwei davon werden regelmäßig überblättert: die Suchliste zeigt sie fast nie, der letzte Schritt fast immer, und die Bestätigung in aller Regel.

Wo sie steht#

In der Suchliste steht sie selten. Dort erscheint der Zimmerpreis, und die Gebühr taucht als Hinweis in kleiner Schrift oder gar nicht auf.

Im letzten Schritt der Buchung steht sie meist in der Preisaufstellung. Sie wird dort als vor Ort zu zahlen gekennzeichnet und deshalb nicht in die Summe aufgenommen. Die angezeigte Summe ist damit niedriger als der Betrag, der am Ende auf der Kreditkarte steht, und das ausgerechnet auf der Seite, auf der die Buchung abgeschlossen wird.

In der Bestätigung steht sie in der Regel ebenfalls, unter Begriffen wie vor Ort zu zahlen, zusätzliche Gebühren oder Hinweise des Hotels. Bei einer mehrseitigen Bestätigung sind diese Formulierungen die zuverlässigsten Suchbegriffe. Steht die Gebühr dort, gibt es später keinen Anlass für einen Widerspruch. Fehlt sie, gibt es einen guten.

Auf der Rechnung bei der Abreise steht sie als eigene Position. Bei einem Blick nur auf die Summe geht sie leicht als Steuer durch.

Aus dieser Reihenfolge ergibt sich der Umgang mit ihr. Die Suchliste taugt zur Vorauswahl, mehr nicht. Verglichen wird im letzten Buchungsschritt, wo die vor Ort zu zahlenden Beträge in der Preisaufstellung stehen und sich zum Online-Preis addieren lassen. Erst diese Summe ist der Preis, den das Haus am Ende verlangt, und erst mit ihr lohnt der Vergleich mit dem nächsten Haus.

Wie sie sich versteckt#

Der häufigste Weg ist die Trennung von Preis und Abrechnung. Der Preis ist online, die Gebühr ist vor Ort, und beides begegnet sich nie auf demselben Bildschirm.

Dazu kommen die Namen. Destination Fee, Amenity Fee, Facility Fee und ähnliche Bezeichnungen meinen dasselbe und lassen sich schlechter suchen. In deutschsprachigen Buchungsstrecken taucht der Begriff manchmal gar nicht auf, nur ein Hinweis auf zusätzliche, vor Ort zu entrichtende Beträge. Die Suche nach dem englischen Begriff führt dann schneller zur Angabe.

Bei Auslandsbuchungen wird die Gebühr in Landeswährung genannt, und der Betrag wirkt kleiner, als er ist, wie Dynamische Währungsumrechnung für den verwandten Effekt beschreibt. Manche Häuser erheben sie erst ab einer bestimmten Aufenthaltsdauer oder nur an bestimmten Wochentagen, und in der Buchungsansicht steht dann ein niedrigerer Gesamtbetrag als der, der anfällt.

Auch die Reihenfolge der Anzeige spielt mit. Wird die Gebühr erst nach Eingabe der Kartendaten eingeblendet, ist die Entscheidung psychologisch längst gefallen, und die wenigsten brechen den Vorgang dann noch ab. Einige Häuser teilen sie außerdem in mehrere kleine Gebühren auf, etwa je eine für Internet, Fitnessbereich und Reinigung, und in dieser Form fällt die Summe noch schwerer auf.

Rechenbeispiel: eine Woche in zwei Häusern#

Zwei Häuser zeigen denselben Zimmerpreis für sieben Nächte. Haus A erhebt eine Resortgebühr, Haus B nicht.

Posten Haus A Haus B
Zimmerpreis für sieben Nächte gleich gleich
Resortgebühr sieben Tagessätze keine
Steuern auf die Gebühr meist ja entfällt
Punkte auf die Gebühr meist keine entfällt
Position im Preisvergleich oben weiter unten
Tatsächliche Kosten höher niedriger

Haus A steht im Preisvergleich vorn und kostet mehr, weil der verglichene Preis nicht der gezahlte ist. Solange Vergleichslisten nach dem Zimmerpreis sortieren, lohnt sich diese Auslagerung für jedes Haus, und solange sich das nicht ändert, wird die Gebühr bleiben.

Zwei Posten werden oft vergessen. Die Steuer auf die Gebühr ist eine echte Zusatzbelastung und in keiner Preisübersicht sichtbar, weil dort weder die Gebühr noch die Steuer darauf erscheinen. Und auf den Gebührenanteil gibt es meist keine Punkte, womit die Verzinsung des Aufenthalts im Programm sinkt.

Vergleichbar sind die Häuser erst, wenn Gebühr und Steuern auf den Zimmerpreis addiert sind. Mit den Beträgen aus den beiden Bestätigungen anstelle der Tagessätze steht die Rangfolge fest, und sie hat mit der Liste im Vergleichsportal oft wenig zu tun.

Für Familien mit zwei Zimmern verschärft sich die Rechnung. Die Gebühr fällt je Zimmer an und verdoppelt sich damit bei einer Buchung, die im Vergleichsportal als ein Aufenthalt erscheint. Bei einer Woche entsteht daraus ein Betrag, der eine ganze Zimmernacht ausmacht.

Was bei Prämienbuchungen gilt#

Bei einer Buchung mit Punkten ist die Nacht bezahlt, und die Gebühr fällt trotzdem an. Hier schmerzt sie am meisten, weil sie den Wert der Punkte unmittelbar senkt und nichts dafür geboten wird. Einzelne Programme befreien Prämienbuchungen von der Gebühr, und beim Vergleich von Programmen ist das mehr wert als viele beworbene Leistungen. Ohne diese Befreiung kostet eine Prämiennacht denselben Gebührensatz wie eine bezahlte Nacht im selben Haus.

Für den Wert einer Prämienbuchung wird die Gebühr vom eingesparten Betrag abgezogen. Erst danach steht fest, ob sich die Punkte gelohnt haben, wie Punkte plus Zuzahlung für die verwandte Rechnung beschreibt. Ersetzt eine Prämie den Zimmerpreis einer Nacht und macht die Gebühr einen spürbaren Teil davon aus, sinkt der Gegenwert je Punkt um genau diesen Anteil. Bei Freinacht-Prämien gilt dasselbe: Die Nacht ist frei, die Gebühr nicht, und bei einer einzelnen Freinacht kann sie einen spürbaren Anteil des eingesparten Werts ausmachen, wie Freinacht-Prämien beschreibt.

Bei Buchungen über ein Portal fällt die Gebühr ebenfalls an, auch wenn dort ein Gesamtpreis ausgewiesen wurde. Das Portal verkauft die Übernachtung, die Gebühr gehört dem Haus, und die beiden Vorgänge sind getrennt, wie direkt oder Portal beschreibt. Ähnlich bei Punkte-Portalen und Gutscheinen: Der Gutschein deckt fast immer nur den Zimmerpreis, die Gebühr bleibt offen. Ein Aufenthalt, der wie kostenlos aussieht, ist es dann nicht.

In Bewertungen wird die Gebühr häufiger kritisiert als die Zimmer. Ein Blick in die jüngsten Bewertungen mit dem Stichwort zeigt vor der Buchung, ob es sie gibt, wie hoch sie ist und ob sie im Haus als verhandelbar gilt.

Wann sich der Widerspruch nicht lohnt#

In diesen Fällen bringt die Diskussion an der Rezeption nichts:

  • Die Gebühr steht in der Bestätigung. Damit ist sie Teil des Vertrags.
  • Sie ist behördlich vorgeschrieben. Ortstaxen und Kurbeiträge sind keine Resortgebühr. Das Hotel zieht sie nur ein, und keine Rezeption kann auf sie verzichten.
  • Das Portal hat bei der Buchung darauf hingewiesen. Der Hinweis zählt, auch wenn er klein war.
  • Die Abreise ist vorbei. Eine Rückforderung ohne vorherigen Widerspruch hat wenig Aussicht.
  • Der Aufenthalt dauert eine Nacht. Der Betrag ist klein, und der Zeitaufwand für eine Diskussion übersteigt den Gewinn.

Bei Geschäftsreisen mit Firmenraten ist die Gebühr häufig bereits ausgehandelt und entfällt; das lässt sich vor der Buchung prüfen. Längere Aufenthalte drehen die Rechnung um. Bei zwei Wochen erreicht die Summe eine Höhe, bei der sich eine Anfrage vor der Buchung lohnt, denn manche Häuser erlassen die Gebühr ab einer bestimmten Aufenthaltsdauer und sagen das nicht von selbst.

Häuser, die die Gebühr freiwillig abgeschafft haben und damit werben, sind im Vergleich schwerer zu finden, weil der Vorteil im Zimmerpreis steckt und dort untergeht. Über Bewertungen findet man sie eher als über Preisfilter. Bei regelmäßigen Reisen in dieselbe Region kennt man die Häuser mit und ohne Gebühr nach zwei Aufenthalten, und diese Liste im Kopf verändert die Auswahl dauerhaft.

Wann der Widerspruch sich lohnt#

War die Gebühr in keiner Phase der Buchung genannt, ist sie angreifbar. Der Nachweis ist die Bestätigung, ein Screenshot der Buchungsseite ergänzt sie. Am stärksten ist der Widerspruch mit beidem in der Hand und der einfachen Frage, an welcher Stelle der Buchung die Gebühr genannt war. Kann die Rezeption diese Stelle nicht zeigen, fehlt der Gebühr die Grundlage.

Ebenso, wenn die genannten Leistungen nicht bereitstehen. Ein geschlossener Pool oder ein gesperrter Fitnessbereich entwertet die Begründung. Rechnet das Haus die Gebühr in einer anderen Höhe ab als angekündigt, ist die Differenz zu streichen, und das kommt häufiger vor, als es sollte.

Schließt eine Statusleistung die Gebühr ausdrücklich aus, gilt die Programmregel. Sie steht in der Beschreibung des Programms, wie Hotelstatus beschreibt.

Ein Widerspruch an der Rezeption wird freundlich vorgetragen und genau einmal. Die Rezeption hat entweder die Berechtigung zur Streichung oder nicht, und ein zweiter Anlauf am selben Abend verändert daran nichts.

Einen Umweg gibt es über die Kreditkarte. Einige Karten mit Reiseguthaben erstatten solche Zusatzgebühren, weil sie als Reisekosten gelten, und das ist einer der wenigen Wege, sie loszuwerden, wie Jahresgebühr-Rechnung beschreibt.

Die häufigsten Fehler#

  • Zimmerpreise ohne Gebühren vergleichen. Erst die Anzeige mit Steuern und Gebühren zeigt die Rangfolge, die man am Ende bezahlt.
  • Die Gebühr bei Prämienbuchungen nicht einrechnen. Sie mindert den Wert der Punkte, auch wenn die Nacht selbst frei ist.
  • Erst bei der Abreise widersprechen. Überrascht die Gebühr, gehört die Frage an die Rezeption beim Einchecken.
  • Ortstaxe und Resortgebühr verwechseln. Behördliche Abgaben sind nicht verhandelbar.
  • Auf Statusbefreiung hoffen. Eine Befreiung ist die Ausnahme, und sie steht dann ausdrücklich in den Programmregeln.
  • Die Bestätigung nicht lesen. Ob die Gebühr angekündigt war, steht genau dort.
  • Die Preisübersicht nicht sichern. Ein Bild der Übersicht beim Buchen zeigt im Streitfall den Stand, der galt, und nicht den, der später auf der Webseite steht.

Verwandte Themen#

Häufige Fragen

Was ist eine Resortgebühr?
Ein täglicher Zuschlag zusätzlich zum Zimmerpreis, der vor Ort abgerechnet wird. Er wird mit Leistungen begründet, die im Haus ohnehin bereitstehen.
Warum steht sie nicht im Preis?
Weil ein niedrigerer Zimmerpreis in Vergleichslisten besser platziert wird. Die Gebühr erscheint deshalb erst spät im Buchungsvorgang oder erst bei der Abreise.
Was ist angeblich enthalten?
Häufig Internet, Zugang zum Fitnessbereich, Wasserflaschen, Ortsgespräche oder Handtücher am Pool. Fast alles davon wäre in vergleichbaren Häusern ohne Gebühr enthalten.
Fällt sie auch bei Prämienbuchungen an?
In vielen Häusern ja, obwohl die Nacht mit Punkten bezahlt wurde. Einzelne Programme befreien davon, und das ist ein spürbarer Vorteil.
Befreit ein Status davon?
Selten. Einige Programme erlassen sie bei Prämienbuchungen oder in bestimmten Marken, ein allgemeiner Statusvorteil ist sie nicht.
Kann ich sie ablehnen?
In der Regel nicht, wenn sie in den Buchungsbedingungen genannt war. Wurde sie nirgends genannt, lohnt der Widerspruch an der Rezeption.
Wie finde ich sie vor der Buchung?
Im Kleingedruckten der Rate und in der Preisaufstellung des letzten Schritts. Wer den Gesamtpreis inklusive Steuern und Gebühren anzeigen lässt, sieht sie.
Gilt sie pro Zimmer oder pro Person?
Pro Zimmer und pro Nacht. Bei längeren Aufenthalten summiert sie sich zu einem erheblichen Betrag.
Gibt es sie nur in Ferienhotels?
Nein. Unter dem Namen Destination Fee gibt es sie auch in Stadthotels, und dort ist die Begründung noch schwächer.
Zählt sie für Punkte?
Meist nicht. Punkte werden auf den Zimmerpreis gerechnet, und die Gebühr bleibt außen vor.
Was tun, wenn sie überraschend auftaucht?
Die Buchungsbestätigung vorlegen und um Streichung bitten. Ohne vorherige Nennung ist die Chance gut, mit Nennung praktisch null.
Verändert sie den Vergleich?
Erheblich. Zwei Häuser mit gleichem Zimmerpreis können sich über eine Woche um einen dreistelligen Betrag unterscheiden.

Quellen und Einordnung

Redaktioneller Hinweis Dieser Beitrag ist eine allgemeine Einordnung und keine Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung. Regeln und Produktbedingungen ändern sich. Prüfe vor einem Antrag immer die aktuelle Quelle.
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