Wann sind Flüge am günstigsten zu buchen?
Warum es keinen besten Wochentag gibt, wie Preisstufen in einem Flug entstehen, welche drei Größen den Zeitpunkt wirklich bestimmen und wann Warten teuer wird.
Auf einen Blick#
| Größe | Wirkung auf den Preis | Wer sie beeinflusst |
|---|---|---|
| Preisstufe im Buchungssystem | bestimmt den Preis vollständig | die Fluggesellschaft |
| Auslastung der Strecke | leert die unteren Stufen | alle Buchenden zusammen |
| Reisezeitraum | Feiertage und Ferien treiben die Nachfrage | der Kalender |
| Eigene Flexibilität | eröffnet günstigere Tage und Zeiten | der Reisende |
| Stornierbarkeit | verwandelt Buchung in Option | der gewählte Tarif |
| Vertriebsweg | ändert Service, selten den Preis | der Reisende |
Warum es keinen besten Wochentag gibt#
Die verbreitete Regel vom günstigen Wochentag stammt aus einer Zeit, in der Tarife manuell gepflegt und einmal pro Woche eingespielt wurden. Heute ändern sich Preise mehrmals täglich, und sie folgen der Auslastung einzelner Flüge. Der Kalender spielt dabei keine Rolle, die Buchungslage schon.
Übrig bleibt von der Regel nur eine Beobachtung: Am Wochenende suchen mehr Privatreisende, unter der Woche mehr Geschäftsreisende. Das ändert die Nachfrage, nicht den Preis am Suchtag. Planung nach dem Wochentag setzt deshalb an der falschen Größe an, denn der Reisetag entscheidet deutlich mehr als der Buchungstag.
Auch die zweite verbreitete Regel hält der Prüfung nicht stand. Eine feste Zahl von Wochen vor dem Abflug gilt bestenfalls im Durchschnitt über tausende Strecken und sagt über eine einzelne Verbindung nichts. Durchschnitte entstehen aus sehr unterschiedlichen Fällen: Eine Ferienstrecke im Sommer und eine Geschäftsstrecke im November liegen in derselben Statistik, obwohl sie gegenläufig funktionieren.
Wie der Preis überhaupt entsteht#
Drei Bausteine erklären fast jede Preisbewegung: die Stufen im System, die Steuerung durch die Fluggesellschaft und die Buchungsklasse, die am Ende im Ticket steht.
Preisstufen statt Preiskurve#
In jedem Flug liegen mehrere Preisstufen nebeneinander, jede mit einem eigenen Kontingent. Ist eine Stufe ausgebucht, gilt die nächste. Der Preis steigt deshalb sprunghaft: Zwischen zwei Suchanfragen kann sich lange nichts ändern, und dann springt er, weil ein einziger Sitz verkauft wurde.
Mit diesem Bild im Kopf wartet man anders. Offen ist nicht, ob der Preis noch fällt, sondern wie viele Plätze in der aktuellen Stufe noch frei sind. Sichtbar ist davon nur die letzte Zahl. Buchungsportale zeigen gelegentlich, wie viele Plätze in der aktuellen Stufe noch offen sind, und diese Angabe ist nützlicher als jede Prognose.
Ein Preisrückgang ist kein Signal für weitere Rückgänge. Er zeigt nur, dass jemand ein Kontingent geöffnet hat, und dasselbe Kontingent kann am nächsten Morgen wieder geschlossen sein.
Die Fluggesellschaft steuert das Kontingent#
Kontingente sind kein Naturgesetz. Fluggesellschaften verschieben sie, wenn eine Strecke schwächer läuft als geplant, und sie sperren Stufen, wenn die Nachfrage anzieht. Aus dieser Steuerung entstehen die scheinbaren Zufälle: Ein Preis fällt drei Wochen vor Abflug, weil ein Kontingent geöffnet wurde, und steigt am nächsten Tag wieder. Niemand außerhalb der Fluggesellschaft weiß, wann eine Stufe geöffnet oder geschlossen wird, und jede Planung, die darauf setzt, rät.
Kontingente wirken auch bei Umbuchungen. Wird ein Flug annulliert, richtet sich die Ersatzbeförderung ebenfalls nach Kontingenten, und ein günstiger Tarif landet dann weiter hinten, wie was tun, wenn der Flug ausfällt beschreibt.
Die Buchungsklasse steht im Ticket#
Jede Stufe trägt einen Buchstaben, und dieser Buchstabe entscheidet über mehr als den Preis. Er bestimmt Umbuchbarkeit, Meilengutschrift und die Chance auf eine Aufwertung. Ein günstiger Preis mit einer schlechten Buchungsklasse ist deshalb nicht immer der bessere Kauf. Was dahintersteht, erklärt was in den Tarifbedingungen steht.
Für Statussammler zählt vor allem die Gutschrift. Sie folgt der Klasse und nicht dem Preis, und zwei gleich teure Tickets können sich dort deutlich unterscheiden. Beim Punktesammeln gehört deshalb die Gutschriftregel mit auf den Zettel; wie sich der Wert einer Einlösung dazu verhält, steht in was Punkte wirklich wert sind.
Für Geschäftsreisen kehrt sich die Bewertung häufig um. Dort zählt die Umbuchbarkeit mehr als der Preis, weil eine verschobene Besprechung teurer ist als jeder Aufpreis im Tarif.
Die drei Größen, die zählen#
Preisstufen bestimmen den Preis. Wie schnell sie sich leeren, hängt an der Nachfrage auf der Strecke, und wie viel Spielraum bleibt, an der eigenen Flexibilität. Die dritte Größe ist die Frage, was ein Warten im schlechten Fall kosten würde.
Die Nachfrage auf dieser Strecke#
Stark nachgefragte Strecken leeren ihre unteren Stufen früh, und eine späte Buchung kostet dort verlässlich mehr. Schwach ausgelastete Strecken verhalten sich umgekehrt. Dort bleiben untere Stufen lange offen, und kurzfristige Angebote kommen vor.
Die eigene Strecke lässt sich in wenigen Minuten einschätzen: wie viele Fluggesellschaften sie fliegen, wie oft täglich, und ob sie eine Geschäfts- oder eine Urlaubsverbindung ist. Am meisten verrät die Zahl der Alternativen am selben Tag. Bei einem Flug am Tag ist der Preis unelastisch, bei zehn Flügen verteilt sich die Nachfrage.
Die eigene Flexibilität#
Ein Tag früher oder später ändert den Preis häufig stärker als drei Wochen Wartezeit. Dasselbe gilt für die Tageszeit und für benachbarte Flughäfen. Flexibilität ist deshalb die wertvollste Größe in dieser Rechnung, weil sie sofort und ohne Prognose wirkt. Ohne sie dreht sich die Reihenfolge um: Dann wird früh gebucht, weil das Risiko einseitig ist.
Für Familien verschärft sich die Lage. Vier Plätze in derselben Stufe sind seltener als einer, und der Preis richtet sich nach der Stufe, in der alle Platz finden.
Ferienzeiten sind der Extremfall. Dort ist die Nachfrage im Voraus bekannt, und die Fluggesellschaften planen entsprechend, sodass die unteren Stufen oft schon Monate vorher leer sind. Eine Familie, die an Schulferien gebunden ist, trägt damit beide Nachteile zugleich: einen festen Termin und eine Nachfrage, die sicher kommt.
Was Warten kosten würde#
Vor jeder Wartezeit steht die Frage, was passiert, wenn der Preis steigt. Muss die Reise ohnehin stattfinden, liegt das Risiko allein beim Reisenden, und Warten wird zur Wette gegen die eigene Notwendigkeit. Bei einer optionalen Reise ist Warten günstig, weil ein hoher Preis einfach zum Verzicht führt.
Die Unterscheidung zwischen fester und optionaler Reise ersetzt jede Faustregel, denn sie richtet die Entscheidung an den eigenen Umständen aus statt an einer Statistik über fremde Buchungen. Was ein später Kauf auf der eigenen Strecke kostet, zeigt ein Blick auf denselben Flug in der Woche davor.
Rechenbeispiel: feste Reise oder flexible Reise#
Zwei Reisende schauen sich denselben Flug an. Die eine muss zu einem Termin, die andere will nur weg, wenn es günstig ist.
| Feste Reise | Flexible Reise | |
|---|---|---|
| Risiko bei steigendem Preis | trägt der Reisende | führt zum Verzicht |
| Sinnvolle Reaktion | früh buchen | beobachten |
| Wert einer Stornooption | hoch | gering |
| Nutzen von Flexibilität | Tageszeit und Flughafen | Termin und Ziel |
| Wirkung von Preisalarmen | gering | hoch |
Dieselbe Frage hat zwei Antworten, und den Ausschlag gibt die Verbindlichkeit der Reise, nicht der Flug.
Am nützlichsten ist die Stornooption. Eine Buchung, die sich innerhalb einer Frist kostenlos stornieren lässt, sichert den Preis und lässt die Entscheidung offen. Preisalarme sind dagegen für flexible Reisen das zentrale Werkzeug und für feste Termine eine Ablenkung, was erklärt, warum sie so unterschiedlich bewertet werden.
Auch bei fester Reise wirkt Flexibilität, nur an anderer Stelle: bei Tageszeit, Flughafen und Umsteigepunkt statt beim Termin.
Durchgespielt sieht das so aus. Die Reisende mit Termin bucht, sobald Datum und Uhrzeit feststehen, und wählt nach Möglichkeit einen Tarif mit kostenloser Stornofrist. Ihr Spielraum liegt bei der Tageszeit und beim Flughafen, wo ein früherer Flug oder ein Nachbarflughafen noch eine niedrigere Stufe offen haben kann. Die flexible Reisende setzt einen Preisalarm auf mehrere Termine und Ziele und bucht erst, wenn eine Stufe erscheint, die ihr die Reise wert ist. Steigt der Preis, fährt sie woandershin oder gar nicht, und verloren hat sie nichts.
Der häufigste Fehler steckt in der sinnvollen Reaktion. Eine feste Reise zu beobachten, statt sie zu buchen, heißt Daten über einen Preis zu sammeln, der ohnehin gezahlt werden muss.
Was am Preis nichts ändert#
Einige Annahmen halten sich hartnäckig und beeinflussen den Preis nicht.
Der Browserverlauf. Preise kommen aus dem Buchungssystem. Unterschiede entstehen durch Währung, Abflugland und Vertriebsweg, nicht durch wiederholte Suchen.
Das anonyme Fenster. Es ändert die Anzeige, nicht das Kontingent. Derselbe Flug in derselben Währung zeigt dieselbe Stufe.
Die Uhrzeit der Suche. Preise ändern sich zwar mehrmals täglich, aber nicht nach einem Zeitplan, der sich ausnutzen ließe.
Die Häufigkeit der Suche. Zehn Suchen zeigen zehnmal dieselbe Stufe. Für das Kontingent ist die Zahl der Suchen bedeutungslos.
Was den Preis dagegen ändert, ist der Vertriebsweg. Portale, Reisebüros und die Website der Fluggesellschaft greifen auf dieselben Stufen zu, verkaufen aber unterschiedliche Bedingungen, wie direkt buchen oder über ein Portal zeigt. Eine kurze Gegenprobe macht das sichtbar: Derselbe Flug, gesucht in einer anderen Währung oder aus einem anderen Land, zeigt denselben Sitz zu einem anderen Endpreis, und der Unterschied stammt aus Steuern und Vertrieb, nicht aus der Nachfrage.
Wann sich Warten nicht lohnt#
In diesen Fällen bringt Warten nichts:
- Bei festen Terminen. Das Risiko liegt allein beim Reisenden, und deshalb wird früh gekauft.
- In Ferienzeiten. Die Nachfrage ist sicher, und die unteren Stufen sind entsprechend früh leer.
- Bei wenigen Verbindungen. Auf Strecken mit einem Flug am Tag gibt es keinen Ausweichtag.
- Bei Reisen zu mehreren. Mehrere Plätze in derselben Stufe sind seltener als einer.
- Wenn Hotel und Mietwagen schon gebucht sind. Die Flexibilität ist dann längst ausgegeben, und der Flug ist keine Option mehr.
- Bei Prämienbuchungen. Dort zählt die Freigabe von Prämienplätzen statt des Preises, und die Logik folgt anderen Regeln als jede Preisstufe.
Bei getrennten Tickets kommt ein weiterer Punkt hinzu. Ein günstiger Preis auf zwei Buchungen trägt ein Risiko, das im Preis nicht sichtbar ist, wie was bei getrennten Tickets gilt beschreibt.
Wie eine Suche aussehen sollte#
Eine Suche in drei Schritten dauert zusammen eine Viertelstunde.
Zuerst die Spanne festlegen, die infrage kommt. Zwei Tage vor und nach dem Wunschtermin erweitern die Auswahl, ohne die Reise zu verändern.
Danach die Verbindungen sortieren, und zwar nach Preis, Umsteigezeit und Tarifbedingungen zugleich. Ein günstiger Preis mit knapper Verbindung ist ein anderes Produkt.
Zuletzt entscheiden und aufhören, denn nach der zweiten Runde bringt der Vergleich keine neue Erkenntnis mehr. Eine Stunde Suche für einen kleinen Unterschied ist selten ein gutes Geschäft, und die Stunde fällt bei jeder Buchung erneut an.
Auf einer regelmäßig geflogenen Strecke entsteht mit der Zeit eine grobe Erwartung. Nach drei oder vier Buchungen ist erkennbar, in welchem Bereich der Preis üblicherweise liegt, und das ersetzt jede allgemeine Regel.
Die häufigsten Fehler#
- Auf den günstigen Wochentag warten. Den Preis bewegt der Reisetag, der Buchungstag kaum.
- Preise für stetig fallend halten. Stufen springen, und ein gesunkener Preis kann am nächsten Morgen wieder oben sein.
- Nur den Preis vergleichen. Buchungsklasse und Bedingungen entscheiden über Umbuchung und Gutschrift, und beide stehen nicht in der Preisspalte.
- Bei fester Reise warten. Früh buchen und eine kostenlose Stornofrist nutzen sichert den Preis, ohne die Entscheidung endgültig zu machen.
- Zu spät für Feiertage buchen. In Nachfragespitzen sind die unteren Stufen oft Monate vorher leer.
- Endlos vergleichen. Nach zwei Runden ist entschieden, der Rest kostet nur Zeit.
Am Ende zählt eine einzige Frage: ob die Reise verbindlich ist. Mit der Antwort steht auch der Buchungszeitpunkt fest, und die Suche verkürzt sich auf die Auswahl der passenden Verbindung.
Verwandte Themen#
Häufige Fragen
Gibt es einen besten Wochentag für Buchungen?
Wie entsteht der Preis eines Fluges?
Wie viele Tage vorher sollte ich buchen?
Werden Flüge kurz vor Abflug billiger?
Beeinflusst mein Browserverlauf den Preis?
Lohnt sich eine Preisbenachrichtigung?
Was bringt eine kostenlose Stornierung?
Ist eine Buchung über ein Portal günstiger?
Wie gehe ich mit Feiertagen um?
Hilft ein anderer Abflugtag?
Was ist mit Prämienbuchungen?
Wann sollte ich aufhören zu vergleichen?
Quellen und Einordnung
Welche Flüge stecken wirklich in Ihren Ausgaben?
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Das klären wir im Gespräch
- Welche Airline-Programme passen zu unseren Strecken?
- Wie viele Flüge sind bei unseren Ausgaben realistisch?
- Was kosten Steuern und Gebühren bei Prämienflügen?

